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OBS/Kostenpflichtige Module/RESTServer/Scripting

Aus OBS Wiki
Version vom 9. September 2026, 13:31 Uhr von Rademacker (Diskussion | Beiträge)
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Anleitung für Endpunkt-Skripte

Jede Anfrage an einen Endpunkt wird nach erfolgreicher Authentifizierung und Autorisierung an das hinterlegte Skript weitergegeben. Das Skript ist in Object Pascal geschrieben und greift auf die OBS-Bibliothek (DB-Zugriff, Hilfsfunktionen) zu.

Sicherheitshinweise

HINWEIS: Endpunkt-Skripte verarbeiten Daten aus dem Internet. Übergabeparameter dürfen niemals ungeprüft in SQL-Anweisungen eingebaut werden. Werte immer über DB_SQLVal bzw. Parameter-Bindings absichern, Eingabewerte gegen Whitelists prüfen.
  • Eingaben gegen erwartete Werte prüfen (z.B. Pflichtfelder, erlaubte Typen, Wertebereiche).
  • Nur das zurückgeben, was der Konsument wirklich braucht - keine internen IDs, keine Sys-Felder, keine Passwörter.
  • Bei Fehlern keine internen Details an den Konsumenten zurückgeben; stattdessen schreibt der Server ohnehin Detail-Einträge in RESTSRV_PROTO.

Methoden-Signatur

Pro HTTP-Methode wird im Skript eine gleichnamige Prozedur implementiert. Der Server ruft genau die Prozedur auf, die zur Methode des eingehenden Requests passt.

procedure Get   (oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
procedure Post  (oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
procedure Put   (oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
procedure Patch (oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);

Zwei Handles, kein Rückgabewert: oReader ist die Anfrage, oWriter die Antwort. Beide erzeugt der Server, beide gehören ihm - im Skript wird nichts angelegt und nichts freigegeben.

ACHTUNG: DELETE hat keine Skript-Methode. Delete ist in der

Skriptsprache eine Standardprozedur (Löschen aus einer Zeichenkette); eine eigene Prozedur dieses Namens lässt sich nicht übersetzen, und der Fehler nennt nur die Zeile der Deklaration. Wer einen DELETE-Endpunkt braucht, legt die Methode unter

einem anderen Verb ab oder trennt sie in ein eigenes Skript.

Fehlt die zur Methode passende Funktion, antwortet der Server mit 405 Method Not Allowed (METHOD_NOT_ALLOWED) und nennt im Header Allow die Verben, die dieses Skript tatsächlich anbietet - die Liste stammt aus dem kompilierten Skript und kann deshalb nicht veralten:

HTTP/1.1 405 Method Not Allowed
Allow: GET, PUT

Ein im Vertrag zugesagtes Verb braucht also seine Prozedur. Fehlt sie, ist das an der Antwort sofort zu erkennen und kein Serverfehler.


Die Anfrage lesen: oReader

oReader ist der einzige Zugang zur Anfrage - Query, Header, Formularfelder, Pfadwerte, Token-Claims und Körper. Alles davon sind Zeichenketten oder werden über einen typisierten Leser geholt.

Aufruf Was er liefert
oReader.Param('kundennr') Query-Parameter, POST-Parameter (form-urlencoded) oder HTTP-Header. Getrimmt, leer wenn nicht gesendet
oReader.Path('uid') Wert eines Platzhalters aus dem Pfad-Template
oReader.Form('bemerkung') Formularfeld einer multipart/form-data-Übertragung
oReader.Claim('tenant') Custom-Claim des vorgelegten Tokens
oReader.Subject() Subject des Tokens (sub-Claim)
oReader.TraceId() Korrelations-ID des Requests
oReader.Offset() UTC-Offset des Servers, z.B. +02:00
oReader.HasBody() Wurde überhaupt ein JSON-Körper gesendet?

Filterung durch den Server:

  • Geblockte Header werden nicht durchgereicht: authorization, cookie, proxy-authorization, x-forwarded-for, x-real-ip, apikey, api_key.
  • Werte, die von aussen kommen, können die reservierten Namen nicht besetzen.
  • Werte werden auf max. 1024 Zeichen begrenzt.
  • Null-Bytes und Steuerzeichen (ausser Tab, CR, LF) werden entfernt.

Zugriff im Skript:

cKundenNr := oReader.Param('kundennr');
if (not Empty(cKundenNr)) then begin
    // ...
end;

Der Körper: Zugriff über Pfade

Den JSON-Körper liest oReader über Pfade. Es gibt keine Unterobjekte im Skript, keinen Cast, kein .Items[i] - und damit auch keine Lebensdauer, um die sich jemand kümmern müsste.

Aufruf Bedeutung
oReader.Str('betreff', cWert) Liest den Wert. Rückgabe Boolean: war das Feld da? Fehlt es, bleibt die Variable unverändert
oReader.Int('menge', nWert) dito, Ganzzahl
oReader.Num('preis', nWert) dito, Kommazahl. Der Dezimalpunkt aus JSON wird richtig gelesen - kein StrTran mehr
oReader.Bool('aktiv', lWert) dito, Boolean
oReader.NumDef('rabatt', nWert, 0) wie Num, mit Vorgabewert
oReader.Has('feld') Ist das Feld vorhanden? (auch bei null)
oReader.Count('zeiten') Anzahl Einträge einer Liste, 0 wenn keine Liste
oReader.IsArr('zeiten') / IsObj('zeiten[0]') Gestalt prüfen
oReader.Keys() Alle Feldnamen der obersten Ebene, in Kommas eingefasst

Verschachtelung steht im Pfad - Punkt für Felder, eckige Klammern für Listen:

procedure Put(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var cVon : string;
    nAnz : Integer;
    nI   : Integer;
begin
    nAnz := oReader.Count('zeiten');
    for nI := 0 to nAnz - 1 do begin
        if (oReader.Str('zeiten[' + IntToStr(nI) + '].von', cVon)) then begin
            // ... cVon verarbeiten ...
        end;
    end;
end;
HINWEIS: Der Rückgabewert unterscheidet „nicht gesendet" von „leer

gesendet". oReader.Str('feld', cWert) liefert bei "feld": null true mit leerem Wert und bei fehlendem Feld false. Genau diese Unterscheidung braucht ein PATCH-artiger Aufruf: „Feld

löschen" und „Feld nicht anfassen" sehen sonst gleich aus.

Ist gar kein Körper gesendet worden, liefert jeder Leser false und HasBody() ist false. Maximale Body-Grösse: 10 MB.

Werte des Servers

Bei aktiver JWT-Authentifizierung stehen die Token-Claims über den Reader zur Verfügung. Sie tragen intern weiterhin die Namen mit Präfix _OBS_ - im Skript werden sie aber über die Zugriffe der Tabelle oben gelesen und nicht mehr über den Namen:

Parameter Inhalt
oReader.Param('_OBS_JWT_ID') JWT-Id (jti-Claim) - typisch die User-Id. Muss nicht eindeutig sein: die Sitzung führt der Server über eigene Kennungen (siehe unten)
oReader.Subject() Subject (sub-Claim) - typisch Benutzername
oReader.Param('_OBS_JWT_AUDIENCE') Audience (aud-Claim) - typisch Mandant / Rolle
oReader.Claim('tenant') Beliebiger Custom-Claim des Tokens, hier tenant; im Folge-Skript lesbar
oReader.TraceId() Korrelations-ID des Requests (auch als Response-Header X-Trace-Id)

Unabhängig von JWT stehen ausserdem immer zur Verfügung:

Parameter Inhalt
oReader.Param('_OBS_SERVER_TIME') Aktuelle Serverzeit als ISO-8601 mit UTC-Offset (z.B. 2026-08-17T09:12:33+02:00). Nützlich, um Datumswerte in derselben Zeitzone auszuliefern, in der der Server arbeitet, und damit ein Client seinen Uhren-Versatz bestimmen kann
oReader.Offset() Nur der Offset daraus, z.B. +02:00. Er geht in die Zeitfunktionen (siehe Zeitangaben)
oReader.Param('_OBS_JWT_EXP_SEC') Laufzeit des Access-Tokens in Sekunden (JWT-Exp × 60). Damit kann ein Konfigurations-Endpunkt denselben Wert ausliefern, den der Token wirklich hat

Diese Werte werden vom Server gesetzt und können vom Skript für Berechtigungs- und Mandantenprüfungen verwendet werden.

Zusätzlich trägt jedes Token zwei Sitzungskennungen des Servers, lesbar als oReader.Claim('sid') und oReader.Claim('rid'):

Claim Inhalt
sid Sitzung. Bleibt über alle Erneuerungen (Refresh) hinweg gleich und ist der Schlüssel für das Abmelden
rid Zeilenkennung des einzelnen Token-Paares in RESTSRV_TOKEN. Bei jeder Erneuerung neu

Beide sind OBS-UIDs (10 Zeichen) und werden vom Server nach den Claims des Skripts gesetzt - ein Skript kann sie also auch mit einem eigenen Claim sid nicht überschreiben. Für Fachlogik sind sie nicht gedacht; sie sind nützlich, um eine Sitzung im Protokoll wiederzufinden.

Pfad-Parameter

Stammt der Endpunkt aus einem Pfad-Template mit Platzhaltern (siehe Endpunkte), stehen die aus den Platzhaltern erfassten Werte über oReader.Path bereit:

Template Zugriff im Skript
/orders/{uid} oReader.Path('uid')
/orders/{uid}/modules/{code} oReader.Path('uid'), oReader.Path('code')

Diese Werte kommen aus dem Routing und sind durch den Client nicht fälschbar. Ein vollständiges Beispiel zeigt Beispiel 4 - Pfad-Parameter.

Datei-Uploads

Ist der Endpunkt für Uploads freigeschaltet (re_upload = 1, siehe Endpunkte), nimmt der Server hochgeladene Dateien entgegen, legt sie in einem temporären Verzeichnis ab und übergibt dem Skript Pfad, Originalname und Content-Type über den Reader. Das Skript entscheidet selbst über die weitere Verarbeitung (z.B. DMS-Ablage). Der Body wird in diesem Fall nicht als JSON geparst - oReader.HasBody() ist false. Es gilt nicht das JSON-Body-Limit (10 MB), sondern die pro Endpunkt konfigurierte Grösse (re_upload_size, Standard 25 MB; Überschreitung -> 413).

Wie die Datei übertragen wurde, spielt für das Skript keine Rolle. Beide Wege - multipart/form-data und der resumable Content-Range-Upload - liefern dieselben vier Werte. Das Übertragungsprotokoll samt Header, Statuscodes und Resume-Verhalten steht in Datei-Upload:

Aufruf Inhalt
oReader.UploadPath() Vollständiger Pfad zur temporären Datei auf dem Server
oReader.UploadName() Originaldateiname
oReader.UploadType() Content-Type der Datei (Default application/octet-stream, wenn der Client keinen angibt), kleingeschrieben
oReader.UploadSha() SHA-256 der gespeicherten Datei, hex in Kleinbuchstaben. Damit lässt sich eine vom Client mitgesendete Prüfsumme vergleichen - erst dieser Vergleich macht aus ihr eine Zusicherung

Der Dateiname ist Pflicht. Fehlt er, lehnt der Server den Upload mit 400 Bad Request ab und das Skript wird nicht ausgeführt - das Skript kann sich also darauf verlassen, dass UploadPath() und UploadName() gefüllt sind, sobald es läuft.

HINWEIS: Die temporäre Datei wird nicht automatisch verschoben. Das Skript muss sie an ihren Zielort (DMS, Verzeichnis, ...) übernehmen.

Zusatzangaben, die im selben Aufruf mitkommen, liest das Skript mit oReader.Form('<name>') - bei multipart/form-data sind das die Partien ohne filename=. Ein vollständiges Beispiel zeigt Beispiel 6.

Die Antwort schreiben: oWriter

Der Writer schreibt sequentiell: jeder Aufruf hängt ein Feld an, an der Stelle, an der er steht. Die äussere Klammer der Antwort setzt der Server. Wird nichts geschrieben, antwortet er mit {}. Content-Type ist application/json; charset=utf-8, der Status 200, sofern das Skript nichts anderes setzt.

Einfaches Beispiel:

procedure Get(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
begin
    oWriter.Str('wert_string', '123');
    oWriter.Int('wert_int'   , 456);
end;
Aufruf Ergebnis
oWriter.Str('name', cWert) Zeichenkette, immer maskiert
oWriter.StrN('name', cWert) wie Str, aber null statt einer leeren Zeichenkette
oWriter.Int('anz', nWert) Ganzzahl
oWriter.Num('preis', nWert, 2) Kommazahl mit fester Stellenzahl. Immer mit Dezimalpunkt, unabhängig von der Locale des Servers
oWriter.Bool('aktiv', lWert) true / false
oWriter.Null('lat') ausdrücklich null
oWriter.ObjBegin('kunde')oWriter.ObjEnd Unterobjekt
oWriter.ArrBegin('dateien')oWriter.ArrEnd Liste
oWriter.RootArr() Die Wurzel ist eine Liste statt eines Objekts. Muss vor dem ersten Feld stehen; ein ArrEnd gibt es dazu nicht
oWriter.Raw('meta', cJson') Fertiges JSON-Fragment einbetten. Siehe unten

In einer Liste hat ein Eintrag keinen Namen - der leere Feldname ist genau das:

oWriter.ArrBegin('dateien');
    while (not q.EoF) do begin
        oWriter.ObjBegin('');
            oWriter.Str ('uid'      , q.A2C('f_uid'));
            oWriter.Int ('bytes'    , q.A2I('f_bytes'));
            oWriter.StrN('kategorie', AllTrim(q.A2C('f_kat')));   // null wenn leer
        oWriter.ObjEnd;
        q.Next();
    end;
oWriter.ArrEnd;

Ein Name in einer Liste und ein fehlender Name in einem Objekt sind beides Strukturfehler. Der Server antwortet dann mit 500 und nennt die Stelle im Protokoll - er liefert kein halbes JSON aus. Dasselbe gilt für einen Stapel, der am Ende der Methode noch offen ist.

HINWEIS: Ein Helfer bekommt den Writer als Parameter und schreibt an der

Stelle hinein, an der er aufgerufen wird - er gibt kein Fragment zurück. Damit steht die Reihenfolge der Antwort im Code und nicht im Zusammenbau:

procedure DateienSchreiben(oWriter: TxRestWriter; const cNr: string);

Raw ist der Notausgang und prüft. Er parst das Fragment und bettet den Originaltext ein; ungültiges JSON gibt einen Serverfehler, der das Feld nennt. Gebraucht wird er für ein gespeichertes, signiertes Dokument: Parsen und Neuserialisieren würde die signierte Feldreihenfolge zerstören.

Zeitangaben auf der Leitung

Zeitstempel gehen als ISO-8601 mit Offset über die Leitung. Die Wandlung gehört nicht ins Skript - dort saß der Fehler „zwei Stunden zu früh" an drei Stellen gleichzeitig:

Aufruf Zweck
RestIsoFromDate(dWert, cOffset) OBS-Zeitpunkt -> 2026-09-09T14:12:00+02:00. Leerer String bei leerem Datum
RestDateFromIso(cWert, cOffset) ISO-Zeichenkette -> OBS-Zeitpunkt in Ortszeit des Servers
oReader.Offset() Der Offset, der in beide hineingeht
RestOffsetToMinutes(cOffset) Offset in Minuten, für eigene Rechnungen

Antwort steuern: Statuscode, Header, traceId

Statuscode, Header und das Sperren einer Sitzung laufen über eigene Aufrufe des Writers, nicht über Felder im Körper.

Aufruf Wirkung
oWriter.Status(201) HTTP-Statuscode (z.B. 201, 204, 400, 409, 422). Ohne Angabe: 200
oWriter.Header('ETag', '7') Beliebiger Response-Header, z.B. ETag, Location, Retry-After. CR/LF in Namen und Werten werden entfernt (Schutz vor Header-Injection)
oWriter.NoBody() Kein Körper - für 204
oWriter.JwtRevoke('session') Sperrt die Sitzung des vorgelegten Tokens (session) oder alle Sitzungen des Subjects (all). Damit wird ein Endpunkt zum Logout, ohne eigene Verwaltung. Scheitert das Sperren, antwortet der Server mit 503 statt mit der Antwort des Skripts - siehe Zugänge, Abschnitt Abmelden
oWriter.Error(422, 'VALIDATION_FAILED', 'Feld „menge" fehlt') Fertige Fehlerantwort in der Form des Servers, siehe Fehlerbehandlung
oWriter.HasError() Steht schon eine Fehlerantwort im Writer? Für einen Verteiler, der danach noch etwas anhängen will

Zusätzlich trägt jede Antwort den Header X-Trace-Id (Korrelations-ID). Dieselbe ID liegt dem Skript als oReader.TraceId() vor und erscheint in jeder Server-Fehler-Logzeile in RESTSRV_PROTO - so lässt sich ein Fehler ohne Gerätezugriff im Log wiederfinden.

Beispiel: Anlegen mit 201, Location und ETag

procedure Post(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var cNeueUid: string;
begin
    // ... Datensatz anlegen, neue UID + Version (ETag) ermitteln ...

    oWriter.Str('uid', cNeueUid);
    oWriter.Status(201);
    oWriter.Header('Location', '/v1/orders/' + cNeueUid);
    oWriter.Header('ETag'    , '1');
end;

Beispiel: Strukturierter Fehler mit Statuscode und traceId

procedure Post(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var nMenge: Integer;
begin
    if (not oReader.Int('menge', nMenge)) then begin
        // Statuscode, code, message, uid und traceId in EINEM Aufruf - dieselbe
        // Huelle, die auch die Server-eigenen Fehler tragen.
        oWriter.Error(422, 'VALIDATION_FAILED', 'Feld "menge" fehlt');
        exit;
    end;
    // ...
end;

Beispiel: Optimistic Concurrency (ETag / If-Match)

Mit Statuscode, Headern und dem lesbaren Header If-Match führt das Skript je Datensatz einen Versionszähler und lehnt veraltete Schreibzugriffe mit 409 ab:

procedure Put(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var nAktuell: Integer;
    nIfMatch: Integer;
begin
    nAktuell := AuftragVersion(oReader.Path('uid'));
    nIfMatch := iVal(oReader.Param('if-match'));

    if (nIfMatch <> nAktuell) then begin
        // Der ETag gehoert AUCH an die Ablehnung - sonst kennt der Client den
        // gueltigen Wert nicht und sein naechster Versuch scheitert wieder.
        oWriter.Header('ETag', xStr(nAktuell));
        oWriter.Error(409, 'VERSION_CONFLICT', 'Der Datensatz wurde zwischenzeitlich geaendert');
        exit;
    end;

    // ... speichern, Version hochzählen ...
    oWriter.Header('ETag', xStr(nAktuell + 1));
end;

Idempotenz - was das Skript beachten muss

Sendet ein Konsument bei POST/PUT/PATCH/DELETE den Header Idempotency-Key, fängt der Server doppelte Sendungen ab. Das Skript braucht dafür keine eigene Logik - keine Schlüssel-Tabelle, keine Prüfung am Anfang der Methode.

Was das Skript wissen muss:

Antwort des Skripts Wirkung auf den Idempotenz-Speicher
2xx Statuscode, Body und Header werden gespeichert. Eine Wiederholung mit demselben Schlüssel bekommt genau diese Antwort zurück, das Skript läuft nicht erneut
4xx Der Schlüssel wird freigegeben. Der Konsument darf denselben Schlüssel nach Korrektur des Inhalts erneut verwenden
5xx oder Exception Der Schlüssel bleibt belegt, der Fall wird protokolliert. Eine Wiederholung wird abgelehnt, bis der Fall geklärt ist

Daraus folgen zwei Regeln für Endpunkt-Skripte:

  • Fachliche Ablehnungen als 4xx melden (422, 409, 404), nicht als 2xx mit Fehlertext im Body. Sonst wird die Ablehnung gespeichert und der Konsument bekommt sie bei jedem weiteren Versuch erneut - auch nachdem er den Fehler behoben hat.
  • Die Antwort muss vollständig sein. Was zurückgegeben wird, wird eingefroren. Ein Feld, das erst der zweite Aufruf ergänzen würde, kommt beim Konsumenten nie an.


Der vollständige Ablauf und die Statuscodes stehen unter Endpunkte.

JWT-Authentifizierungs-Skript

Bei Zugängen mit aktiver JWT-Pflicht wird über den JWT-Endpunkt das im Zugang hinterlegte Authentifizierungs-Skript aufgerufen (F7 in der Zugänge-Liste). Das Skript muss eine Methode Authenticate bereitstellen:

procedure Authenticate(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var cUser: string;
    cPass: string;
begin
    // Eingangsdaten lesen
    cUser := '';
    cPass := '';
    oReader.Str('username', cUser);
    oReader.Str('password', cPass);

    // Prüfung gegen eigene Tabelle, Hash-Verfahren, LDAP, ...
    if (PasswortPasst(cUser, cPass)) then begin
        oWriter.Int('status'           , 1);
        oWriter.Str('_OBS_JWT_ID'      , cUser);
        oWriter.Str('_OBS_JWT_SUBJECT' , cUser);
        oWriter.Str('_OBS_JWT_AUDIENCE', 'mandant1');
    end else begin
        oWriter.Int('status', 9);
        oWriter.Str('error' , 'Login fehlgeschlagen');
    end;
end;
HINWEIS: Im Anmeldeskript bleiben die _OBS_JWT_*-Felder Felder der

Antwort - anders als Status und Header, die zu Aufrufen des Writers geworden sind. Der Grund: die Token-Ausstellung liest sie aus dem fertigen Körper, und genau dort erwartet sie sie. Geschrieben werden sie deshalb wie jedes andere

Feld, nur eben mit dem Writer.

Rückgabewerte:

status Bedeutung
1 Erfolgreich, der Server erzeugt aus den _OBS_JWT_*-Werten einen Token (HS256)
9 Misserfolg, der Server antwortet mit 401 und reicht den Wert von error als error.message an den Client durch (zusätzlich protokolliert)
HINWEIS: {{{1}}}

Liefert das Skript einen anderen Status als 1 oder 9, ist gar nicht lauffähig oder gibt kein auswertbares JSON zurück, antwortet der Server mit 403 und einer generischen Meldung - ein defektes Anmeldeskript soll dem Anwender nicht als „Passwort falsch" erscheinen.

Kann der Server die Sitzungszeile zum ausgestellten Token nicht schreiben (Tabelle fehlt, Datenbankproblem), liefert er kein Token aus und antwortet mit 503 und Retry-After. Auch das ist bewusst kein 401/403: die Zugangsdaten waren richtig, der Versuch darf wiederholt werden.

Aufbau der Token-Antwort

Bei Erfolg baut der Server die Antwort aus den Token-Feldern und allen weiteren Feldern, die das Skript zurückgibt:

{"benutzerId": "4711", "tenant": "nord", "roles": ["TECHNIKER"],
 "token":       "eyJ...",
 "accessToken": "eyJ...",
 "refreshToken":"eyJ...",
 "expiresIn":   28800,
 "serverTime":  "2026-08-17T09:12:33+02:00"}
Feld Herkunft
token / accessToken Derselbe Access-Token unter zwei Namen. accessToken erwarten die meisten Client-Bibliotheken, token bleibt für bestehende Konsumenten erhalten
refreshToken Nur wenn das Skript _OBS_JWT_REFRESH_ID geliefert hat
expiresIn Laufzeit des Access-Tokens in Sekunden (JWT-Exp × 60)
serverTime Serverzeit ISO-8601 mit Offset
alle übrigen Felder Frei vom Skript bestimmt. Übernommen wird alles ausser status und den _OBS_-Steuerfeldern

Damit kann das Anmeldeskript alles mitliefern, was der Client direkt nach dem Login braucht (Benutzer-Id, Mandant, Rollen, Berechtigungen) - ohne dass dieser dafür einen zweiten Aufruf absetzen muss. Ein Feld, das genauso heisst wie eines der Token-Felder oben, wird verworfen; die Engine setzt diese selbst.

Custom-Claims, serverTime und Refresh

Das Authenticate-Skript kann dem Token zusätzlich beliebige Custom-Claims mitgeben - z.B. Mandant und Rollen - und optional ein Refresh-Token anstoßen:

RÜckgabefeld Bedeutung
_OBS_JWT_CLAIM_<name> Beliebiger Custom-Claim, z.B. _OBS_JWT_CLAIM_tenant, _OBS_JWT_CLAIM_roles. Im Folge-Skript lesbar als oReader.Claim('<name>').
_OBS_JWT_REFRESH_ID (optional) jti des Refresh-Tokens. Nur wenn gesetzt, stellt der Server ein Refresh-Token aus.
_OBS_JWT_REFRESH_EXP (optional) Lebensdauer des Refresh-Tokens in Minuten (Default 90 Tage = 129600).

Jedes Token trägt automatisch den Claim token_use (access bzw. refresh) sowie die Sitzungskennungen sid und rid des Servers. Die Antwort enthält bei Erfolg serverTime (ISO-8601 mit Offset), bei ausgestelltem Refresh zusätzlich refreshToken:

{"token":"...", "refreshToken":"...", "serverTime":"2026-06-29T15:30:12+02:00"}
HINWEIS: Mandant und Rollen immer aus dem Token lesen (oReader.Claim(…)), nie aus Body oder Query.

Refresh-Methode

Der Refresh läuft über denselben JWT-Endpunkt und dasselbe Skript. Liegt am JWT-Endpunkt ein Authorization: Bearer <token> mit einem Refresh-Token vor, ruft der Server statt Authenticate die Methode Refresh auf (ohne Bearer: Login; DELETE mit Access-Token: Abmelden, ohne Skript).

Bevor das Skript läuft, hat der Server das vorgelegte Refresh-Token verifiziert (Signatur, Ablauf, token_use=refresh) und in der Sitzung entwertet. Einmalgebrauch, Rotation und Sperrliste sind damit Sache des Servers. Das Skript liefert nur noch die aktuellen Claims - genau das ist der Sinn des Aufrufs: eine zwischenzeitlich geänderte Rolle oder ein gewechselter Mandant wirken spätestens mit der nächsten Erneuerung.

ACHTUNG: Eine eigene Sperrtabelle im Skript ist nicht mehr nötig und sollte

entfernt werden. Wer sie weiterführt, rotiert zweimal - einmal im Skript, einmal im Server - und riskiert, dass beide Seiten unterschiedlicher Meinung sind. Der

Server sieht die Skript-Tabelle nicht, und das Skript sieht die Sitzung nicht.

Ein bereits benutztes Refresh-Token wird mit 401 abgelehnt. Erfolgt die erneute Vorlage innerhalb von 60 Sekunden, bleibt die Sitzung bestehen (paralleler Refresh einer App); danach gilt sie als Wiedervorlage und die gesamte Sitzung wird gesperrt. Details in Zugänge.

Das alte Refresh-jti steht weiterhin als oReader.Param('_OBS_JWT_ID') bereit, falls das Skript es für eigene Protokollierung braucht.

procedure Refresh(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
var cUser: string;
begin
    cUser := oReader.Subject();

    // Der Server hat das vorgelegte Refresh-Token bereits geprueft und
    // entwertet. Hier wird nur entschieden, ob der Benutzer die Sitzung
    // fortsetzen darf - und mit welchen Rechten.
    if (not BenutzerAktiv(cUser)) then begin
        oWriter.Int('status', 9);
        oWriter.Str('error' , 'Konto ist nicht mehr aktiv, bitte neu anmelden');
        exit;
    end;

    // Rolle und Mandant neu lesen, nicht aus dem alten Token uebernehmen -
    // sonst wirkt ein Rechteentzug erst beim naechsten Login.
    oWriter.Int('status'               , 1);
    oWriter.Str('_OBS_JWT_ID'          , cUser);
    oWriter.Str('_OBS_JWT_SUBJECT'     , cUser);
    oWriter.Str('_OBS_JWT_CLAIM_tenant', TechnikerMandant(cUser));
    oWriter.Str('_OBS_JWT_CLAIM_roles' , TechnikerRollen(cUser));
    oWriter.Str('_OBS_JWT_REFRESH_ID'  , GlobalUID());   // loest das neue Refresh-Token aus
end;

Abmelden (Logout)

Für das Abmelden braucht das Skript keine Methode. Es läuft über ein DELETE auf denselben JWT-Endpunkt (Access-Token im Authorization-Header) und wird komplett in der Engine erledigt: die Sitzung wird gesperrt, die Antwort ist 204. Eine Methode Logout gibt es nicht und wird nicht aufgerufen. Details: Zugänge, Phase 4.

Wer beim Abmelden zusätzlich fachlich etwas tun will - eine Geräteregistrierung löschen, einen Push-Token verwerfen, den Vorgang protokollieren - nimmt einen gewöhnlichen Endpunkt und setzt dort _OBS_JWT_REVOKE. Dasselbe gilt für "auf allen Geräten abmelden", weil das eine Berechtigungsentscheidung braucht:

procedure Post(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
begin
    GeraeteRegistrierungLoeschen(oReader.Subject());

    // 'session' = diese Sitzung, 'all' = alle Sitzungen des Subjects
    oWriter.JwtRevoke('session');
    oWriter.Status(204);
    oWriter.NoBody();
end;

Gesperrt wird in beiden Wegen die ganze Sitzung, also auch die noch nicht abgelaufenen Access-Token vorheriger Erneuerungen. Ein wiederholter Aufruf ist unschädlich. Lässt sich die Sitzung nicht sperren, überschreibt der Server die Antwort des Skripts mit 503 - ein Client darf nicht glauben, er sei abgemeldet, während sein Token weiterläuft.

Fehlerbehandlung im Skript

Tritt im Skript eine Exception auf oder schlägt die Syntax-Prüfung fehl, antwortet der Server mit 500 Interner Fehler und protokolliert die Detail-Meldung in RESTSRV_PROTO (mit Skript-Fehlertext). Der Konsument sieht keine internen Details.

Server-eigene Fehler (Routing, Rate-Limit, Token, Auffangnetz) haben ein einheitliches Format mit einem error-Objekt - Aufbau siehe Übersicht.

Für einen spezifischen Fehler an den Konsumenten gibt es einen Aufruf. Er baut dieselbe Hülle, die auch die Server-eigenen Fehler tragen - Statuscode, code, message, uid und traceId -, sodass beide Wege nicht auseinanderlaufen können:

procedure Post(oReader: TxRestReader; oWriter: TxRestWriter);
begin
    if (Empty(oReader.Param('kundennr'))) then begin
        oWriter.Error(422, 'VALIDATION_FAILED', 'Parameter "kundennr" fehlt');
        exit;
    end;
    // ...
end;
HINWEIS: Error verwirft einen schon begonnenen Körper und setzt seinen

eigenen. Ein Skript darf also getrost Felder schreiben und danach noch abbrechen - was der Client sieht, ist die Fehlerantwort. Nur ein offener

Stapel (ein ObjBegin ohne ObjEnd) bleibt auch dann ein Strukturfehler.
HINWEIS: Ein fachlicher Fehler gehört auf einen 4xx-Statuscode, nicht auf

200 mit Fehlertext im Body. Nur so erkennt der Konsument den Fehlschlag ohne den Body auszuwerten - und nur so gibt der Server einen belegten

Idempotency-Key wieder frei (siehe Abschnitt Idempotenz).

Ändern: qSqlInit statt qSqlRead

Zum Ändern eines vorhandenen Satzes wird ebenfalls qSqlInit benutzt - der Satz wird über sys_uid adressiert:

q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cSysUid);      // Schreib-Index auf den Originalsatz
q.qSet('ti_status', '9');
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln, siehe unten
end;
qSqlFree(q);

qSqlRead ist dafür die falsche Wahl, aus zwei Gründen:

  • Es liest den kompletten Altsatz ein - ein zusätzlicher Lesezugriff, der Zeit kostet.
  • Es schreibt anschliessend nur die Änderungen. Ist der neue Wert gleich dem alten, entsteht gar kein Write, und SaveData liefert False - ununterscheidbar von einem echten Fehlschlag.
HINWEIS: Ohne sys_uid legt qSqlInit einen neuen

Datensatz an, statt den vorhandenen zu ändern. Die sys_uid ist der

Schreib-Index und gehört bei jeder Änderung gesetzt.

Damit entfällt auch das übliche Paar aus DB_LSeek und qSqlRead: eine Abfrage auf die sys_uid liefert zugleich die Existenzprüfung und den Schreib-Index.

cUid := '';
if (DB_SOpen(oDB, 'SELECT sys_uid FROM tickets WHERE ' + cWhere + ' LIMIT 1', q)) then begin
    if (not q.EoF) then begin
        cUid := q.A2UID();
    end;
end;
DB_Close(q);

if (not Empty(cUid)) then begin
    // ändern: qSqlInit + sys_uid
end else begin
    // anlegen: qSqlInit ohne sys_uid
end;

Mehrere Felder sind EIN Schreibvorgang

Ein qSqlInit-Objekt nimmt beliebig viele qSet entgegen und schreibt sie mit einem SaveData. Fallen an derselben Zeile mehrere Felder an, gehören sie in dasselbe Objekt:

// FALSCH: fünf Felder, fünf Schreibvorgänge - und jeder Setzer, der sich
// seine sys_uid selbst holt, bringt zusätzlich eine eigene Abfrage mit
FeldSetzen(cUid, 'ti_status' , '9');
FeldSetzen(cUid, 'ti_grund'  , cGrund);
FeldSetzen(cUid, 'ti_von'    , cBenutzer);

// RICHTIG: ein Schreibobjekt, ein SaveData
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cUid);
q.qSet('ti_status', '9');
q.qSet('ti_grund' , cGrund);
q.qSet('ti_von'   , cBenutzer);
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln
end;
qSqlFree(q);

Das ist nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit: einzeln geschriebene Felder sind nicht atomar. Bricht der dritte Schreibvorgang ab, steht die Zeile halb geändert da - Grund gesetzt, Zeitpunkt nicht.

Wird nichts gesetzt, darf auch nicht geschrieben werden: das Schreibobjekt dann mit qSqlFree freigeben, statt ein leeres SaveData abzusetzen.

HINWEIS: Ein Setzer für ein Feld (FeldSetzen(cUid, cFeld, cWert))

ist bequem und deshalb verführerisch. Er versteckt aber je Aufruf eine eigene Abfrage und ein eigenes SaveData. Für einen Vorgang mit mehreren Feldern gehört ein Editier-Helfer her, der das Schreibobjekt liefert -

geschrieben wird einmal am Ende.

Keine Abfrage je Zeile

Was in einer Liste je Zeile nachgeschlagen wird, kostet N Abfragen für eine Antwort. Bei fünfzig Aufträgen sind das fünfzig Abfragen für ein einziges Feld. Der Ausweg ist immer derselbe:

  • Werte aus einer 1:1-Beziehung über einen LEFT JOIN mitnehmen - bei einem eindeutigen Index auf dem Join-Feld kann er die Zeilen nicht vervielfachen.
  • Einzelwerte aus einer 1:n-Beziehung über eine Unterabfrage in der SELECT-Liste holen, nicht über einen Join (der Join würde die Zeilen vervielfachen).
  • Eine echte Unterliste (Positionen, Dateien) nur dann nachladen, wenn ein Zählfeld in der Hauptabfrage sagt, dass es überhaupt eine gibt.
HINWEIS: Ein GET soll lesen. Schreibvorgänge im Lesepfad - etwas

"beim ersten Ausliefern festschreiben" - vervielfachen sich mit der Zeilenzahl

und treffen den Aufrufer, der nur eine Liste angefordert hat.

Schreibfehler erkennen

SaveData liefert einen Boolean - und der ist die einzige Fehlermeldung, die es gibt. (Auch der Parameter ist ein Boolean: NEW_RECORD und UPDATE_RECORD sind Wahrheitswerte, keine Zahlen.) Schlägt das Schreiben in der Datenbank fehl (Duplicate entry auf einem eindeutigen Index, zu langer Wert, fehlende Spalte), dann

  • wird keine Exception ausgelöst,
  • steht nichts in RESTSRV_PROTO,
  • läuft das Skript weiter und antwortet mit dem Erfolg, den es selbst formuliert.

Wer den Aufruf als Anweisung schreibt, baut damit einen stillen Datenverlust ein. Weil in einem Endpunkt schnell ein Dutzend Schreibvorgänge zusammenkommen, gehört die Prüfung in eine eigene kleine Prozedur - am besten in die gemeinsame Lib:

procedure Speichern(q: TqSQL; lNeu: Boolean; const cWas: string);
var lOk: Boolean;
begin
    lOk := q.SaveData(lNeu);
    qSqlFree(q);                     // auch im Fehlerfall freigeben
    if (not lOk) then begin
        raise Exception.Create('Schreiben fehlgeschlagen: ' + cWas);
    end;
end;

// Aufruf statt SaveData + qSqlFree:
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('ti_betreff', cBetreff);
Speichern(q, NEW_RECORD, 'Ticket');

Die Exception fängt der Server: er schreibt Schreiben fehlgeschlagen: Ticket nach RESTSRV_PROTO und antwortet mit 500. Liegt ein Idempotency-Key an, wird er dabei freigegeben - die Anfrage ist also wiederholbar (siehe Abschnitt Idempotenz).

HINWEIS: Ein fehlgeschlagenes Schreiben ist kein Fall, in dem ein Endpunkt

sinnvoll weiterlaufen kann: die Fachwirkung ist dann unvollständig. Wer trotzdem weitermachen will - etwa weil mehrere unabhängige Sätze geschrieben werden -, prüft den Rückgabewert und baut selbst eine Antwort. Ignorieren darf man ihn

nie.

Gängige Codes, die auch der Server selbst verwendet: VALIDATION_FAILED (422), NOT_FOUND (404), FORBIDDEN_ROLE (403), VERSION_CONFLICT (409). Eigene, fachlich sprechende Codes sind erlaubt - wichtig ist, dass sie stabil bleiben, weil Konsumenten darauf ihre Reaktion aufbauen.

Gemeinsamen Code auslagern

Wird Logik in mehreren Endpunkten gebraucht - Berechtigungsprüfungen, JSON-Bausteine, Hilfsfunktionen -, muss sie nicht in jedes Skript kopiert werden. Die Skript-Engine lädt Textbausteine beim Laden aus einer beliebigen Tabelle nach:

{$L T="restsrv_endpoints" I="re_pathtemplate" V="/meinapp/lib" F="re_script"}
Attribut Bedeutung
T Tabelle, aus der geladen wird
I Spalte, über die gesucht wird
V Wert, der in dieser Spalte stehen muss
F Spalte, deren Inhalt an dieser Stelle eingesetzt wird

Die Direktive steht üblicherweise direkt unter dem Kopfkommentar des Skripts. Der Compiler sieht danach den zusammengesetzten Text - eine Funktion aus der Lib lässt sich also aufrufen wie eine im Skript selbst geschriebene.

Bewährtes Muster: Lib als eigene Endpunkt-Zeile

Am wenigsten Verwaltung macht es, die Lib als eigene Zeile in RESTSRV_ENDPOINTS abzulegen:

  1. Endpunkt anlegen mit einem eigenen Pfad-Template, z.B. /meinapp/lib.
  2. Den Lib-Quelltext ins Skript-Feld dieser Zeile schreiben (F7).
  3. Keine Berechtigung in der Berechtigungs-Liste vergeben - das ist der Schutz: ohne Berechtigung beantwortet der Server einen Aufruf mit 403.
  4. In jedem nutzenden Endpunkt die Direktive oben einfügen.

Damit ist die Lib reiner Ablageort und von aussen nicht nutzbar. Eine Änderung wirkt auf alle einbindenden Endpunkte, ohne dass ein einziges Endpunkt-Skript angefasst werden muss.

HINWEIS: Lib und Skripte gemeinsam einspielen. Kommt in der Lib eine neue

Funktion hinzu, genügt es nicht, nur das nutzende Skript zu aktualisieren. Eine ältere Lib lädt fehlerfrei - der Compiler meldet dann ausschliesslich die neuen

Namen als Unknown name, was leicht wie ein Fehler im Skript aussieht.
HINWEIS: Auch hier greift der Endpunkt-Cache: eine Änderung an der Lib wird erst nach Ablauf des TTL (bis zu 60 Sekunden) wirksam.

Wohin gehört welcher Code?

Drei Ebenen, und die Zuordnung entscheidet, wie schnell eine Änderung wirkt:

Art des Codes Wohin Wirksam
Fachlogik **einer** Anwendung - Feldnamen, Zustandswerte, Rollenregeln, Schreibziele in die DWS-Lib dieser Anwendung (eigene Endpunkt-Zeile, per {$L …} eingebunden) nach Ablauf des Cache-TTL, ohne Build
Mechanik, die mehrere Anwendungen brauchen - und auch das OBS-Umfeld nach obs_lib als Delphi-Unit erst nach Build und Rollout
Mechanik, die nur der REST-Server braucht in die Units des Servers erst nach Build und Rollout

Die Regel hat einen praktischen Grund und keinen ästhetischen: Fachlogik ändert sich in Tagen, Mechanik in Monaten. Was in der Lib liegt, ist nach einer Minute aktiv; was in einer Unit liegt, braucht einen Build. Wer Fachlogik nach unten schiebt, tauscht Geschwindigkeit gegen nichts ein.

HINWEIS: Eine Anwendung, die ihre eigene Lib hat, kopiert sie nicht von

einer anderen. Zwei Kopien derselben Lib driften auseinander, und die Abweichung fällt erst auf, wenn eine der beiden Anwendungen etwas Falsches tut. Geteiltes

gehört eine Ebene tiefer.

Fallstricke im Skript

Die folgenden Punkte unterscheiden das Skript von normalem Delphi-Code und kosten sonst eine Runde Fehlersuche:

Stolperstein Richtig
DB_SOpen('Y00…', oDB, …) - der AD-UID-Parameter aus dem Delphi-Code Im Skript ohne UID: DB_SOpen(oDB, cSql, q). Gleiches gilt für qSqlInit(oDB, 'tab') und qSqlRead(oDB, 'tab', cWhere) - jede dieser Funktionen beginnt mit oDB
oReader.Str<T>(…) oder irgendein Generic Generics gibt es in der Skriptsprache nicht. Die Leser sind je Typ eigene Methoden: Str, Int, Num, Bool
Eine eigene Prozedur Delete für DELETE Delete ist eine Standardprozedur der Sprache. Die Deklaration lässt sich nicht übersetzen, und die Meldung nennt nur die Zeile - nicht die Ursache
Ein Helfer, der ein JSON-Fragment als String zurückgibt Den Writer als Parameter übergeben und an der richtigen Stelle hineinschreiben. Fragmente von Hand zusammenzusetzen ist genau der Weg, auf dem die Reihenfolge und die Klammern verloren gingen
oWriter.ArrEnd nach RootArr RootArr öffnet keine Ebene, es bestimmt nur die Klammer der Wurzel. Ein ArrEnd dazu ist ein Strukturfehler
Zahlen selbst formatieren (NStr, StrTran) oWriter.Num('preis', nWert, 2). Selbst formatiert stand bei Werten ab 1000 der Tausendertrenner im JSON - gültiges JSON, falscher Wert, keine Meldung
EMPTY_DATE für ein leeres Datum EMPTY_DATE ist im Skript ein String. Für Datumsvariablen und -vergleiche MINDATETIME verwenden
fVal auf einen JSON-Zahlenwert JSON liefert den Dezimalpunkt, fVal erwartet die lokale Notation: vorher StrTran(cVal, '.', ',')
TStringList für Zwischenlisten In Skripten unzuverlässig. Kleine Mengen über einen Delimiter-String führen ('|' + wert + '|') und mit Pos prüfen
Default-Parameter in eigenen Funktionen Werden nicht unterstützt - alle Parameter ausschreiben
q.SaveData(…) als Anweisung schreiben SaveData liefert einen Boolean. Ein SQL-Fehler beim Schreiben wirft keine Exception und landet in keinem Protokoll - der Rückgabewert ist die einzige Meldung. Immer auswerten, siehe Schreibfehler erkennen
Je Feld ein eigener Setzer-Aufruf Ein qSqlInit-Objekt, beliebig viele qSet, ein SaveData. Einzeln geschrieben kostet jedes Feld eine eigene Abfrage samt eigenem Write - und der Vorgang ist nicht mehr atomar, siehe Mehrere Felder
Ein Wert je Zeile nachgeschlagen In einer Liste sind das N Abfragen für eine Antwort. Über LEFT JOIN (1:1) oder Unterabfrage (1:n) mitnehmen, siehe Keine Abfrage je Zeile
Ausgabeparameter vom Typ var … : TDateTime Bringt die Skript-VM zum Absturz (Assertion in dwsStack.pas), und zwar beim ersten Lesen des Werts - nicht schon beim Schreiben, die Ursache liegt also nicht dort, wo der Fehler auffällt. var string, var Integer und var Double laufen. Zeitpunkte als ISO-Zeichenkette zurückgeben und erst beim Aufrufer wandeln

Skript-Cache

Der Server cached das kompilierte Skript pro Endpunkt (Schlüssel: sys_date des Endpunkts). Zusätzlich werden die Endpunkt-Definitionen pro Server-Profil in einem TTL-Cache (Standard 60 s) gehalten. Eine Skript-Änderung über F7 wird daher erst nach Ablauf dieses TTL (bzw. nach einer Cache-Invalidierung) wirksam - typischerweise innerhalb einer Minute, nicht zwingend sofort.

Verfügbare Bibliotheken

Im Skript können alle OBS-Standard-Bibliotheken verwendet werden. Typische Einstiegspunkte:

  • Base.Tools - String-, Datum-, IIF-, Empty-Helper
  • Base.DB / Base.xQuery - Datenbank-Operationen
  • Base.qSqlReg - Schreibzugriffe
  • lib_ScriptIO - Writer und Reader, siehe unten. System.JSON braucht ein Endpunkt-Skript nicht - der Writer erzeugt die Antwort, der Reader liest den Körper
  • Base.ToolsConst - Konstanten wie CRLF, SINGELQUOTE, MINDATETIME
  • lib_ScriptIO - TxRestWriter, TxRestReader und die Zeitfunktionen RestIsoFromDate / RestDateFromIso / RestOffsetToMinutes. Writer und Reader bekommt das Skript als Parameter; die Zeitfunktionen ruft es direkt

Die wichtigsten Aufrufe mit ihren Skript-Signaturen:

Zweck Aufruf
Lesen DB_SOpen(oDB, cSql, q), dann q.EoF, q.Next(), q.A2C('feld') / A2I / A2F / A2D / A2UID(), am Ende DB_Close(q)
Neu anlegen q := qSqlInit(oDB, 'tab'), q.qSet('feld', wert), if (not q.SaveData(NEW_RECORD)) then …, qSqlFree(q) – der Rückgabewert ist Pflicht, siehe Schreibfehler erkennen
Ändern q := qSqlInit(oDB, 'tab'), q.qSet('sys_uid', cUid), q.qSet(…), if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then …, qSqlFree(q)nicht qSqlRead, siehe Ändern. Alle Felder derselben Zeile in ein Objekt, siehe Mehrere Felder
Direkt ausführen DB_SqlExec(oDB, cSql)
Existenzprüfung DB_LSeek(oDB, 'tab', cWhere)
Werte quoten (Pflicht) DB_SQLVal(wert)
HINWEIS: Alle diese Funktionen beginnen im Skript mit oDB. Ein zusätzlicher

AD-UID-Parameter als erstes Argument gehört zur Delphi-Variante und lässt sich im

Skript nicht übersetzen.

Konkrete Beispiele: