OBS/Kostenpflichtige Module/RESTServer/Zugaenge

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Zugänge

Ein Zugang (Account) ist der Kanal, über den ein externer Konsument den REST-Server anspricht. Er bündelt API-Key, Host-Beschränkung, CORS-Konfiguration, optionale JWT-Authentifizierung und optionale mTLS-Subject-Prüfung.

Aufruf

Stammdaten -> Z Weitere Stammdaten -> REST-Server -> Zugänge

Felder

Feld Beschreibung
Name Sprechender Name, erscheint im Protokoll und der Statistik
Aktiv Inaktive Zugänge werden bei der Authentifizierung mit 403 abgewiesen
API-Key Eindeutiger Schlüssel, den der Konsument im HTTP-Header apikey senden muss. Per Schlüsselsymbol generierbar
Host Optionaler Hostname oder IP-Adresse des Konsumenten. Stimmt die anfragende IP nicht überein, wird mit 403 abgelehnt
CORS-Origins Liste erlaubter Origins für Browser-Aufrufe, mehrere durch ; getrennt
mTLS-Subject Erwartete RDN-Komponente(n) im Client-Zertifikat-Subject, Komma-/Semikolon-getrennt (alle müssen vorkommen; nur sinnvoll bei mTLS-Servern)
JWT Schalter, ob für diesen Zugang ein JWT-Token nötig ist
JWT-Endpunkt Pfad, über den der JWT-Token bezogen wird (z.B. oauth oder meineapp/dev/auth/login). Verglichen wird der vollständige Pfad, mehrstufige Angaben mit / sind also erlaubt
JWT-Key Geheimer Schlüssel zur Signierung/Verifikation, per Schlüsselsymbol generierbar
JWT-Exp Gültigkeitsdauer eines ausgestellten Access-Tokens in Minuten. Derselbe Wert wird dem Konsumenten in der Token-Antwort als expiresIn in Sekunden mitgeteilt und steht dem Endpunkt-Skript als _OBS_JWT_EXP_SEC zur Verfügung

API-Key

Der API-Key ist die Basis-Authentifizierung. Der Client übergibt ihn im HTTP-Header:

apikey: abcd-efgh-ijkl-mnop-qrstuvwxyz12

Wird ein Aufruf ohne apikey-Header gestellt, sucht der Server intern nach einem Zugang mit API-Key * - damit lassen sich (mit Vorsicht!) auch öffentliche Endpunkte ohne Authentifizierung realisieren.

HINWEIS: Ein Zugang mit API-Key * sollte nur für bewusst freigegebene Endpunkte verwendet werden und immer in Kombination mit einer Host-Beschränkung oder CORS-Beschränkung betrieben werden.

Host-Beschränkung

Ist im Feld Host ein Wert hinterlegt, akzeptiert der Server Anfragen unter diesem Zugang nur dann, wenn die Remote-IP exakt diesem Host entspricht oder durch DNS-Auflösung auf diese IP zeigt. DNS-Auflösungen werden 5 Minuten gecached.

CORS

Soll ein Endpunkt aus einer Browser-Anwendung (Single-Page-App, JavaScript) heraus aufgerufen werden, muss das Origin der Anwendung in der CORS-Liste des Zugangs eingetragen sein.

Format der Liste:

https://app.kunde.de;https://test.kunde.de;https://localhost:8080

Ablauf:

  1. Browser sendet einen Preflight-Request (OPTIONS). Der REST-Server prüft das Origin gegen die globale Origin-Liste aller Accounts (Cache, TTL 60s) und antwortet mit 204 + CORS-Header, falls erlaubt.
  2. Der eigentliche Request wird gegen die Origin-Liste des aktuell verwendeten Zugangs geprüft.
  3. Stimmt das Origin nicht, wird mit 403 Origin nicht erlaubt für Account ... abgelehnt.

Erlaubte Methoden: GET, POST, PUT, DELETE, PATCH. Erlaubte Header: Content-Type, apikey, Authorization, Accept. Diese Werte sind systemseitig festgelegt und werden in der Preflight-Antwort zurückgegeben.

JWT-Authentifizierung

Wird ein Zugang mit aktiver JWT-Pflicht aufgerufen, sind die folgenden Phasen zu durchlaufen (Phase 3 nur bei genutztem Refresh):

Phase 1: Token-Bezug

Der Konsument ruft den JWT-Endpunkt des Zugangs auf, z.B.:

POST https://api.meinserver.de/oauth/
Header: apikey: [API-KEY]
Body:   {"username":"...", "password":"..."}

Der Server führt das im Zugang hinterlegte Authentifizierungs-Skript aus (F7 in der Zugangs-Liste). Das Skript muss eine Funktion Authenticate bereitstellen, die ein JSON-Objekt mit:

  • status = 1 bei Erfolg, 9 bei Misserfolg
  • error = Fehlertext (bei status=9)
  • _OBS_JWT_ID, _OBS_JWT_SUBJECT, _OBS_JWT_AUDIENCE für die JWT-Claims (optional)
  • _OBS_JWT_CLAIM_<name> für beliebige Custom-Claims (z.B. Mandant tenant, Rollen roles); im Folge-Skript lesbar
  • _OBS_JWT_REFRESH_ID (optional) löst die Ausstellung eines Refresh-Tokens aus; _OBS_JWT_REFRESH_EXP setzt dessen Lebensdauer in Minuten (Default 90 Tage)

zurückliefert. Bei Erfolg signiert der Server einen Token (HS256, Issuer OBS REST-Server, Lebenszeit gemäß JWT-Exp) und antwortet:

{"token":        "eyJhbGciOi...",
 "accessToken":  "eyJhbGciOi...",
 "expiresIn":    28800,
 "serverTime":   "2026-06-29T15:30:12+02:00"}

Zum Aufbau der Antwort:

  • token und accessToken enthalten denselben Token. accessToken ist der Name, den die meisten Client-Bibliotheken erwarten; token bleibt für bestehende Konsumenten erhalten.
  • expiresIn ist die Gültigkeit in Sekunden (JWT-Exp × 60).
  • Alle weiteren Felder, die das Authenticate-Skript zurückgibt, werden mit ausgeliefert - mit Ausnahme von status und den _OBS_-Steuerfeldern. So kann das Skript z.B. eine Benutzer-Id, den Mandanten oder Rollen direkt in die Anmelde-Antwort legen, ohne dass der Client dafür einen zweiten Aufruf braucht.

Beispiel mit Zusatzfeldern aus dem Skript:

{"benutzerId": "4711", "tenant": "nord", "roles": ["TECHNIKER"],
 "token": "eyJ...", "accessToken": "eyJ...", "refreshToken": "eyJ...",
 "expiresIn": 28800, "serverTime": "2026-06-29T15:30:12+02:00"}

Mit der Ausstellung legt der Server zu dem Token-Paar eine Sitzungszeile in RESTSRV_TOKEN an. Lässt sich diese Zeile nicht schreiben (Tabelle fehlt, Datenbankproblem), wird kein Token ausgeliefert: der Server antwortet mit 503 und Retry-After. Das ist bewusst von der abgelehnten Anmeldung unterschieden - die Zugangsdaten waren in Ordnung, der Versuch darf wiederholt werden.

Wird die Anmeldung abgelehnt (status = 9), antwortet der Server mit 401 Unauthorized und reicht den Text aus dem Feld error als error.message an den Client durch - der Konsument kann ihn also direkt anzeigen. Die Formulierung liegt damit beim Skript.

HINWEIS: {{{1}}}

Phase 2: Token-Verwendung

Bei allen folgenden Aufrufen sendet der Client den Token im Authorization-Header:

GET https://api.meinserver.de/kalender/v1
Header: apikey: [API-KEY]
        Authorization: Bearer eyJhbGciOi...

Der Server verifiziert Signatur, Issuer, Ausstellzeitpunkt und Ablauf (Toleranz: 20 Sekunden Clock-Skew) und prüft anschliessend die Sitzung in RESTSRV_TOKEN. Im Skript stehen die Claims als Parameter _OBS_JWT_ID, _OBS_JWT_SUBJECT und _OBS_JWT_AUDIENCE zur Verfügung.

Die Sitzungsprüfung weist ein Token ab, das zu keiner Zeile gehört oder dessen Sitzung gesperrt wurde - beides mit 401 und dem Code AUTH_EXPIRED. Der Grund steht jeweils im Protokoll RESTSRV_PROTO unter TokenStore: ....

HINWEIS: Ein Token, das vor der Einführung dieser Prüfung ausgestellt

wurde, gehört zu keiner Sitzung und wird abgewiesen. Nach dem Update müssen sich

angemeldete Konsumenten also einmalig neu anmelden.

Phase 3: Token erneuern (Refresh)

Soll die App lange ohne Neuanmeldung arbeiten, stellt das Authenticate-Skript zusätzlich ein Refresh-Token aus (Feld _OBS_JWT_REFRESH_ID). Zum Erneuern ruft der Client denselben JWT-Endpunkt auf, aber mit dem Refresh-Token im Authorization-Header:

POST https://api.meinserver.de/oauth/
Header: apikey: [API-KEY]
        Authorization: Bearer eyJhbGciOi... (Refresh-Token)

Der Server erkennt am Bearer-Token den Refresh-Fall, verifiziert das Token (Signatur, Ablauf, token_use=refresh), entwertet es in der Sitzung und ruft erst dann im selben Skript die Methode Refresh auf. Das Skript liefert nur noch die aktuellen Claims zurück - Rotation, Einmalgebrauch und Sperrliste erledigt der Server. Die Antwort ist ein rotiertes Paar {"token","accessToken","refreshToken","expiresIn","serverTime"} in derselben Sitzung.

ACHTUNG: Eine eigene Sperrtabelle im Skript ist nicht mehr nötig und sollte

entfernt werden. Wer sie weiterführt, rotiert zweimal: einmal im Skript, einmal im Server. Der Server sieht die Skript-Tabelle nicht, und das Skript sieht die

Sitzung nicht.

Verhalten bei einem bereits benutzten Refresh-Token:

Lage Antwort Wirkung auf die Sitzung
Erneute Vorlage innerhalb von 60 Sekunden 401 AUTH_EXPIRED Keine. Das ist der Normalfall einer App, deren parallele Anfragen gleichzeitig in den Refresh laufen - eine gewinnt, die anderen sollen die vom Gewinner gespeicherten Token benutzen
Erneute Vorlage später 401 AUTH_EXPIRED Die gesamte Sitzung wird gesperrt. Das Token wurde kopiert oder wiederholt, ohne dass ein Gewinner es noch brauchen könnte; der Vorfall wird mit IP protokolliert

Details und ein vollständiges Beispiel siehe Scripting.

Phase 4: Abmelden (Logout)

Ein Abmelden ist ein gewöhnlicher Endpunkt, der die Sitzung des vorgelegten Tokens sperrt. Dafür genügt ein Antwortfeld, das Skript braucht keine eigene Verwaltung:

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_REVOKE' , 'session');   // 'all' = alle Sitzungen des Benutzers
        oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 204);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;
  • session sperrt die Sitzung des vorgelegten Tokens - einschliesslich aller vorherigen Rotationen, damit kein noch laufender Access-Token übrig bleibt.
  • all sperrt alle Sitzungen desselben Subjects an diesem Zugang ("auf allen Geräten abmelden", Gerät verloren).
  • Ein wiederholter Aufruf ist unschädlich und bleibt erfolgreich.
  • Lässt sich die Sitzung nicht sperren, antwortet der Server mit 503 statt mit dem Erfolg des Skripts - ein Client darf nicht glauben, er sei abgemeldet, während sein Token weiterläuft.
HINWEIS: all setzt voraus, dass das Authenticate-Skript _OBS_JWT_SUBJECT

gesetzt hat. Ohne Subject lässt sich die Menge der Sitzungen nicht bestimmen, und

der Aufruf antwortet mit 503.

Sitzungen (RESTSRV_TOKEN)

Je ausgestelltem Token-Paar entsteht eine Zeile. Sie enthält die Sitzung, die Zeilenkennung, das Subject, die beiden Laufzeiten, IP und Trace-ID der Ausstellung sowie die Kennzeichen „verbraucht" und „gesperrt".

  • Rotation und Widerruf sind getrennt. Ein Refresh entwertet nur das Refresh-Token; der zugehörige Access-Token bleibt bis zu seinem Ablauf gültig. Sonst bekämen parallel laufende Anfragen ein 401, obwohl niemand abgemeldet ist.
  • Die Sitzung überlebt die Rotation. Alle Paare einer Anmeldung tragen dieselbe Sitzungskennung - deshalb kann ein Logout sie gemeinsam sperren.
  • Aufräumen läuft automatisch beim Serverstart und danach höchstens stündlich. Gelöscht wird nur, was nichts mehr entscheiden kann: Zeilen, deren Access- und Refresh-Laufzeit vorbei sind. Eine verbrauchte Zeile bleibt bis dahin stehen, weil sonst die Erkennung eines später vorgelegten gestohlenen Refresh-Tokens verloren ginge.
  • Kein Eingriff nötig. Die Tabelle wird nicht gepflegt; sie ist Diagnose-Material. Alle Abweisungen stehen als TokenStore: ... in RESTSRV_PROTO.

mTLS-Subject-Prüfung

Wird im Feld mTLS-Subject ein Wert hinterlegt, prüft der Server zusätzlich zur Standard-mTLS-Validierung, ob der Subject-DN des (CA-validierten) Client-Zertifikats die hinterlegten RDN-Komponenten enthält. Verglichen wird jede Komponente vollständig (kein Substring-Match) und case-insensitiv; mehrere Komponenten werden durch Komma oder Semikolon getrennt und müssen alle im Subject vorkommen.

Beispiele für Subject-Strings im Cert (OneLine-DN):

/C=DE/O=Kunde GmbH/CN=client-prod.kunde.de
/C=DE/O=Kunde GmbH/CN=client-test.kunde.de

Mit CN=client-prod.kunde.de im Feld wird genau das prod-Cert akzeptiert, das test-Cert mit 401 abgewiesen. Da jede RDN-Komponente vollständig verglichen wird, matcht z.B. CN=client1 nicht fälschlich auch CN=client10. Mehrere Bedingungen lassen sich mit Komma/Semikolon kombinieren, z.B. O=Kunde GmbH;CN=client-prod.kunde.de.

Listen-Funktionen

In der Zugänge-Liste (allein):

  • Einfg - neuer Zugang
  • Return - Zugang bearbeiten
  • F4 - Sortierung
  • F7 - JWT-Authentifizierungs-Skript bearbeiten
  • F8 - Statistik für den Zugang

Aus der Endpunkt-Liste via F6 geöffnet (Auswahl für Berechtigung):

  • F2 - markierte Zugänge dem Endpunkt zuordnen
  • F5 - Zugang in der Liste markieren / Markierung aufheben