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OBS/Kostenpflichtige Module/RESTServer/Scripting: Unterschied zwischen den Versionen

Aus OBS Wiki
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(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
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  function Patch (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
  function Patch (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;


Nicht implementierte Methoden liefern automatisch ''405''-ähnliche Fehler über die generische Skript-Antwort.
Fehlt die zur Methode passende Funktion, antwortet der Server mit '''405 Method
Not Allowed''' (<code>METHOD_NOT_ALLOWED</code>) und nennt im Header
<code>Allow</code> die Verben, die dieses Skript tatsächlich anbietet - die Liste
stammt aus dem kompilierten Skript und kann deshalb nicht veralten:
 
HTTP/1.1 405 Method Not Allowed
Allow: GET, PUT
 
Ein im Vertrag zugesagtes Verb braucht also seine Funktion. Fehlt sie, ist das an
der Antwort sofort zu erkennen und '''kein''' Serverfehler.


==Parameter==
==Parameter==
Zeile 189: Zeile 198:
|-
|-
| _OBS_UPLOAD_CONTENTTYPE || Content-Type der Datei (Default <code>application/octet-stream</code>, wenn der Client keinen angibt)
| _OBS_UPLOAD_CONTENTTYPE || Content-Type der Datei (Default <code>application/octet-stream</code>, wenn der Client keinen angibt)
|-
| _OBS_UPLOAD_SHA256 || SHA-256 der '''gespeicherten''' Datei, hex in Kleinbuchstaben. Damit lässt sich eine vom Client mitgesendete Prüfsumme vergleichen - erst dieser Vergleich macht aus ihr eine Zusicherung
|}
|}


Zeile 202: Zeile 213:
Eine Datei pro Request. Name und Content-Type stammen aus der
Eine Datei pro Request. Name und Content-Type stammen aus der
<code>Content-Disposition</code> der Datei-Partie (<code>filename=</code>). Der
<code>Content-Disposition</code> der Datei-Partie (<code>filename=</code>). Der
Server speichert die erste Datei-Partie und ruft das Skript auf:
Server speichert die erste Datei-Partie und ruft das Skript auf.
 
Die '''übrigen Partien''' des Formulars - alles ohne <code>filename=</code> -
übergibt der Server als <code>_OBS_FORM_&lt;name&gt;</code>. Der Wert ist UTF-8 und
auf 1024 Zeichen begrenzt, der Name auf Buchstaben, Ziffern und Unterstrich
reduziert. Zusatzangaben lassen sich damit im selben Request mitschicken, ohne sie
an die URL zu hängen:


<syntaxhighlight lang="pascal" line>
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
Zeile 559: Zeile 576:
====Refresh-Methode====
====Refresh-Methode====


Der Refresh läuft über '''denselben JWT-Endpunkt''' und '''dasselbe Skript'''. Liegt am JWT-Endpunkt ein ''Authorization: Bearer <token>'' vor, ruft der Server statt ''Authenticate'' die Methode '''Refresh''' auf (sonst Login).
Der Refresh läuft über '''denselben JWT-Endpunkt''' und '''dasselbe Skript'''. Liegt am JWT-Endpunkt ein ''Authorization: Bearer <token>'' mit einem Refresh-Token vor, ruft der Server statt ''Authenticate'' die Methode '''Refresh''' auf (ohne Bearer: Login; ''DELETE'' mit Access-Token: Abmelden, ohne Skript).


Bevor das Skript läuft, hat der Server das vorgelegte Refresh-Token verifiziert
Bevor das Skript läuft, hat der Server das vorgelegte Refresh-Token verifiziert
Zeile 602: Zeile 619:
         // Rolle und Mandant neu lesen, nicht aus dem alten Token uebernehmen -
         // Rolle und Mandant neu lesen, nicht aus dem alten Token uebernehmen -
         // sonst wirkt ein Rechteentzug erst beim naechsten Login.
         // sonst wirkt ein Rechteentzug erst beim naechsten Login.
         oRes.AddPair('status'              , 1);
         oRes.AddPair('status'              , 1);
         oRes.AddPair('_OBS_JWT_ID'          , cUser);
         oRes.AddPair('_OBS_JWT_ID'          , cUser);
Zeile 618: Zeile 634:
===Abmelden (Logout)===
===Abmelden (Logout)===


Das Abmelden ist ein gewöhnlicher Endpunkt - '''nicht''' Teil des
'''Für das Abmelden braucht das Skript keine Methode.''' Es läuft über ein
Authentifizierungs-Skripts. Er wird mit dem Access-Token aufgerufen und setzt
''DELETE'' auf denselben JWT-Endpunkt (Access-Token im ''Authorization''-Header)
''_OBS_JWT_REVOKE'':
und wird komplett in der Engine erledigt: die Sitzung wird gesperrt, die Antwort
ist 204. Eine Methode ''Logout'' gibt es nicht und wird nicht aufgerufen.
Details: [[OBS/Kostenpflichtige Module/RESTServer/Zugaenge|Zugänge]], Phase 4.
 
Wer beim Abmelden zusätzlich fachlich etwas tun will - eine Geräteregistrierung
löschen, einen Push-Token verwerfen, den Vorgang protokollieren - nimmt einen
'''gewöhnlichen Endpunkt''' und setzt dort ''_OBS_JWT_REVOKE''. Dasselbe gilt für
"auf allen Geräten abmelden", weil das eine Berechtigungsentscheidung braucht:


<syntaxhighlight lang="pascal" line>
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
Zeile 628: Zeile 651:
     oRes := TJSONObject.Create();
     oRes := TJSONObject.Create();
     try
     try
        GeraeteRegistrierungLoeschen(oParams.Values['_OBS_JWT_SUBJECT']);
         // 'session' = diese Sitzung, 'all' = alle Sitzungen des Subjects
         // 'session' = diese Sitzung, 'all' = alle Sitzungen des Subjects
         oRes.AddPair('_OBS_JWT_REVOKE' , 'session');
         oRes.AddPair('_OBS_JWT_REVOKE' , 'session');
Zeile 638: Zeile 663:
</syntaxhighlight>
</syntaxhighlight>


Gesperrt wird die '''ganze Sitzung''', also auch die noch nicht abgelaufenen
Gesperrt wird in beiden Wegen die '''ganze Sitzung''', also auch die noch nicht
Access-Token vorheriger Erneuerungen. Ein wiederholter Aufruf ist unschädlich.
abgelaufenen Access-Token vorheriger Erneuerungen. Ein wiederholter Aufruf ist
Lässt sich die Sitzung nicht sperren, überschreibt der Server die Antwort des
unschädlich. Lässt sich die Sitzung nicht sperren, überschreibt der Server die
Skripts mit '''503''' - ein Client darf nicht glauben, er sei abgemeldet, während
Antwort des Skripts mit '''503''' - ein Client darf nicht glauben, er sei
sein Token weiterläuft.
abgemeldet, während sein Token weiterläuft.


==Fehlerbehandlung im Skript==
==Fehlerbehandlung im Skript==
Zeile 683: Zeile 708:
Body auszuwerten - und nur so gibt der Server einen belegten
Body auszuwerten - und nur so gibt der Server einen belegten
''Idempotency-Key'' wieder frei (siehe Abschnitt Idempotenz).}}
''Idempotency-Key'' wieder frei (siehe Abschnitt Idempotenz).}}
===Ändern: qSqlInit statt qSqlRead===
Zum '''Ändern''' eines vorhandenen Satzes wird ebenfalls <code>qSqlInit</code>
benutzt - der Satz wird über <code>sys_uid</code> adressiert:
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cSysUid);      // Schreib-Index auf den Originalsatz
q.qSet('ti_status', '9');
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln, siehe unten
end;
qSqlFree(q);
</syntaxhighlight>
<code>qSqlRead</code> ist dafür die falsche Wahl, aus zwei Gründen:
* Es liest den '''kompletten Altsatz''' ein - ein zusätzlicher Lesezugriff, der Zeit kostet.
* Es schreibt anschliessend nur die '''Änderungen'''. Ist der neue Wert gleich dem alten, entsteht gar kein Write, und <code>SaveData</code> liefert '''False''' - ununterscheidbar von einem echten Fehlschlag.
{{Hinweis|Ohne <code>sys_uid</code> legt <code>qSqlInit</code> einen '''neuen'''
Datensatz an, statt den vorhandenen zu ändern. Die <code>sys_uid</code> ist der
Schreib-Index und gehört bei jeder Änderung gesetzt.}}
Damit entfällt auch das übliche Paar aus <code>DB_LSeek</code> und
<code>qSqlRead</code>: '''eine''' Abfrage auf die <code>sys_uid</code> liefert
zugleich die Existenzprüfung und den Schreib-Index.
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
cUid := '';
if (DB_SOpen(oDB, 'SELECT sys_uid FROM tickets WHERE ' + cWhere + ' LIMIT 1', q)) then begin
    if (not q.EoF) then begin
        cUid := q.A2UID();
    end;
end;
DB_Close(q);
if (not Empty(cUid)) then begin
    // ändern: qSqlInit + sys_uid
end else begin
    // anlegen: qSqlInit ohne sys_uid
end;
</syntaxhighlight>
===Mehrere Felder sind EIN Schreibvorgang===
Ein <code>qSqlInit</code>-Objekt nimmt beliebig viele <code>qSet</code> entgegen
und schreibt sie mit '''einem''' <code>SaveData</code>. Fallen an derselben
Zeile mehrere Felder an, gehören sie in dasselbe Objekt:
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
// FALSCH: fünf Felder, fünf Schreibvorgänge - und jeder Setzer, der sich
// seine sys_uid selbst holt, bringt zusätzlich eine eigene Abfrage mit
FeldSetzen(cUid, 'ti_status' , '9');
FeldSetzen(cUid, 'ti_grund'  , cGrund);
FeldSetzen(cUid, 'ti_von'    , cBenutzer);
// RICHTIG: ein Schreibobjekt, ein SaveData
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cUid);
q.qSet('ti_status', '9');
q.qSet('ti_grund' , cGrund);
q.qSet('ti_von'  , cBenutzer);
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln
end;
qSqlFree(q);
</syntaxhighlight>
Das ist nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit: einzeln geschriebene Felder
sind '''nicht atomar'''. Bricht der dritte Schreibvorgang ab, steht die Zeile
halb geändert da - Grund gesetzt, Zeitpunkt nicht.
Wird nichts gesetzt, darf auch nicht geschrieben werden: das Schreibobjekt dann
mit <code>qSqlFree</code> freigeben, statt ein leeres <code>SaveData</code>
abzusetzen.
{{Hinweis|Ein Setzer für '''ein''' Feld (<code>FeldSetzen(cUid, cFeld, cWert)</code>)
ist bequem und deshalb verführerisch. Er versteckt aber je Aufruf eine eigene
Abfrage und ein eigenes <code>SaveData</code>. Für einen Vorgang mit mehreren
Feldern gehört ein '''Editier-Helfer''' her, der das Schreibobjekt liefert -
geschrieben wird einmal am Ende.}}
===Keine Abfrage je Zeile===
Was in einer Liste je Zeile nachgeschlagen wird, kostet '''N''' Abfragen für
'''eine''' Antwort. Bei fünfzig Aufträgen sind das fünfzig Abfragen für ein
einziges Feld. Der Ausweg ist immer derselbe:
* Werte aus einer 1:1-Beziehung über einen <code>LEFT JOIN</code> mitnehmen - bei einem '''eindeutigen''' Index auf dem Join-Feld kann er die Zeilen nicht vervielfachen.
* Einzelwerte aus einer 1:n-Beziehung über eine '''Unterabfrage''' in der SELECT-Liste holen, nicht über einen Join (der Join würde die Zeilen vervielfachen).
* Eine echte Unterliste (Positionen, Dateien) nur dann nachladen, wenn ein '''Zählfeld''' in der Hauptabfrage sagt, dass es überhaupt eine gibt.
{{Hinweis|Ein GET soll '''lesen'''. Schreibvorgänge im Lesepfad - etwas
"beim ersten Ausliefern festschreiben" - vervielfachen sich mit der Zeilenzahl
und treffen den Aufrufer, der nur eine Liste angefordert hat.}}
===Schreibfehler erkennen===
'''<code>SaveData</code> liefert einen Boolean - und der ist die einzige
Fehlermeldung, die es gibt.''' (Auch der '''Parameter''' ist ein Boolean:
''NEW_RECORD'' und ''UPDATE_RECORD'' sind Wahrheitswerte, keine Zahlen.) Schlägt das Schreiben in der Datenbank fehl
(''Duplicate entry'' auf einem eindeutigen Index, zu langer Wert, fehlende
Spalte), dann
* wird '''keine''' Exception ausgelöst,
* steht '''nichts''' in ''RESTSRV_PROTO'',
* läuft das Skript weiter und antwortet mit dem Erfolg, den es selbst formuliert.
Wer den Aufruf als Anweisung schreibt, baut damit einen stillen Datenverlust ein.
Weil in einem Endpunkt schnell ein Dutzend Schreibvorgänge zusammenkommen, gehört
die Prüfung in eine eigene kleine Prozedur - am besten in die gemeinsame Lib:
<syntaxhighlight lang="pascal" line>
procedure Speichern(q: TqSQL; lNeu: Boolean; const cWas: string);
var lOk: Boolean;
begin
    lOk := q.SaveData(lNeu);
    qSqlFree(q);                    // auch im Fehlerfall freigeben
    if (not lOk) then begin
        raise Exception.Create('Schreiben fehlgeschlagen: ' + cWas);
    end;
end;
// Aufruf statt SaveData + qSqlFree:
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('ti_betreff', cBetreff);
Speichern(q, NEW_RECORD, 'Ticket');
</syntaxhighlight>
Die Exception fängt der Server: er schreibt ''Schreiben fehlgeschlagen: Ticket''
nach '''RESTSRV_PROTO''' und antwortet mit '''500'''. Liegt ein
''Idempotency-Key'' an, wird er dabei '''freigegeben''' - die Anfrage ist also
wiederholbar (siehe Abschnitt Idempotenz).
{{Hinweis|Ein fehlgeschlagenes Schreiben ist kein Fall, in dem ein Endpunkt
sinnvoll weiterlaufen kann: die Fachwirkung ist dann unvollständig. Wer trotzdem
weitermachen will - etwa weil mehrere unabhängige Sätze geschrieben werden -,
prüft den Rückgabewert und baut selbst eine Antwort. Ignorieren darf man ihn
nie.}}


Gängige Codes, die auch der Server selbst verwendet: ''VALIDATION_FAILED'' (422),
Gängige Codes, die auch der Server selbst verwendet: ''VALIDATION_FAILED'' (422),
Zeile 756: Zeile 922:
|-
|-
| Default-Parameter in eigenen Funktionen || Werden nicht unterstützt - alle Parameter ausschreiben
| Default-Parameter in eigenen Funktionen || Werden nicht unterstützt - alle Parameter ausschreiben
|-
| <code>q.SaveData(…)</code> als Anweisung schreiben || ''SaveData'' liefert einen '''Boolean'''. Ein SQL-Fehler beim Schreiben wirft '''keine''' Exception und landet in '''keinem''' Protokoll - der Rückgabewert ist die einzige Meldung. Immer auswerten, siehe [[#Schreibfehler erkennen|Schreibfehler erkennen]]
|-
| Je Feld ein eigener Setzer-Aufruf || Ein <code>qSqlInit</code>-Objekt, beliebig viele <code>qSet</code>, '''ein''' <code>SaveData</code>. Einzeln geschrieben kostet jedes Feld eine eigene Abfrage samt eigenem Write - und der Vorgang ist nicht mehr atomar, siehe [[#Mehrere Felder sind EIN Schreibvorgang|Mehrere Felder]]
|-
| Ein Wert je Zeile nachgeschlagen || In einer Liste sind das N Abfragen für eine Antwort. Über <code>LEFT JOIN</code> (1:1) oder Unterabfrage (1:n) mitnehmen, siehe [[#Keine Abfrage je Zeile|Keine Abfrage je Zeile]]
|-
| Ausgabeparameter vom Typ <code>var … : TDateTime</code> || Bringt die Skript-VM zum '''Absturz''' (Assertion in ''dwsStack.pas''), und zwar beim ersten '''Lesen''' des Werts - nicht schon beim Schreiben, die Ursache liegt also nicht dort, wo der Fehler auffällt. <code>var string</code>, <code>var Integer</code> und <code>var Double</code> laufen. Zeitpunkte als ISO-Zeichenkette zurückgeben und erst beim Aufrufer wandeln
|}
|}


Zeile 779: Zeile 953:
| Lesen || <code>DB_SOpen(oDB, cSql, q)</code>, dann <code>q.EoF</code>, <code>q.Next()</code>, <code>q.A2C('feld')</code> / <code>A2I</code> / <code>A2F</code> / <code>A2D</code> / <code>A2UID()</code>, am Ende <code>DB_Close(q)</code>
| Lesen || <code>DB_SOpen(oDB, cSql, q)</code>, dann <code>q.EoF</code>, <code>q.Next()</code>, <code>q.A2C('feld')</code> / <code>A2I</code> / <code>A2F</code> / <code>A2D</code> / <code>A2UID()</code>, am Ende <code>DB_Close(q)</code>
|-
|-
| Neu anlegen || <code>q := qSqlInit(oDB, 'tab')</code>, <code>q.qSet('feld', wert)</code>, <code>q.SaveData(NEW_RECORD)</code>, <code>qSqlFree(q)</code>
| Neu anlegen || <code>q := qSqlInit(oDB, 'tab')</code>, <code>q.qSet('feld', wert)</code>, <code>if (not q.SaveData(NEW_RECORD)) then …</code>, <code>qSqlFree(q)</code> – der Rückgabewert ist Pflicht, siehe [[#Schreibfehler erkennen|Schreibfehler erkennen]]
|-
|-
| Ändern || <code>q := qSqlRead(oDB, 'tab', cWhere)</code>, <code>q.qSet(…)</code>, <code>q.SaveData(UPDATE_RECORD)</code>, <code>qSqlFree(q)</code>
| Ändern || <code>q := qSqlInit(oDB, 'tab')</code>, <code>q.qSet('sys_uid', cUid)</code>, <code>q.qSet(…)</code>, <code>if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then …</code>, <code>qSqlFree(q)</code> – '''nicht''' <code>qSqlRead</code>, siehe [[#Ändern: qSqlInit statt qSqlRead|Ändern]]. Alle Felder derselben Zeile in '''ein''' Objekt, siehe [[#Mehrere Felder sind EIN Schreibvorgang|Mehrere Felder]]
|-
|-
| Direkt ausführen || <code>DB_SqlExec(oDB, cSql)</code>
| Direkt ausführen || <code>DB_SqlExec(oDB, cSql)</code>

Aktuelle Version vom 1. September 2026, 10:10 Uhr

Kostenpflichtige Module

Internet-Shop
UPS
IMS Professional
SMS
Mehrlager-Verwaltung
Mehrsprachen Modul
Multilanguage Modul
EVA Marketing Tool
Termin-Projekte
Edifact-Schnittstelle
Backup Überwachung Email
OBS Geo Daten
DeliSprint / DPD
Filialen
Cashback
Moebelschnittstelle
Dokumenten Manager
DocuWare-Schnittstelle
OFML-Kalkulation
Versicherungsschaden
Gutschriftsanzeigen
Kameraverwaltung
DataInOut
OpenMasterData / IDS
Sammelpositionen



Anleitung für Endpunkt-Skripte

Jede Anfrage an einen Endpunkt wird nach erfolgreicher Authentifizierung und Autorisierung an das hinterlegte Skript weitergegeben. Das Skript ist in Object Pascal geschrieben und greift auf die OBS-Bibliothek (DB-Zugriff, Hilfsfunktionen) zu.

Sicherheitshinweise

HINWEIS: Endpunkt-Skripte verarbeiten Daten aus dem Internet. Übergabeparameter dürfen niemals ungeprüft in SQL-Anweisungen eingebaut werden. Werte immer über DB_SQLVal bzw. Parameter-Bindings absichern, Eingabewerte gegen Whitelists prüfen.
  • Eingaben gegen erwartete Werte prüfen (z.B. Pflichtfelder, erlaubte Typen, Wertebereiche).
  • Nur das zurückgeben, was der Konsument wirklich braucht - keine internen IDs, keine Sys-Felder, keine Passwörter.
  • Bei Fehlern keine internen Details an den Konsumenten zurückgeben; stattdessen schreibt der Server ohnehin Detail-Einträge in RESTSRV_PROTO.

Methoden-Signatur

Pro HTTP-Methode wird im Skript eine gleichnamige Funktion implementiert. Der Server ruft genau die Funktion auf, die zur Methode des eingehenden Requests passt.

function Get   (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
function Post  (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
function Put   (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
function Delete(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
function Patch (oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;

Fehlt die zur Methode passende Funktion, antwortet der Server mit 405 Method Not Allowed (METHOD_NOT_ALLOWED) und nennt im Header Allow die Verben, die dieses Skript tatsächlich anbietet - die Liste stammt aus dem kompilierten Skript und kann deshalb nicht veralten:

HTTP/1.1 405 Method Not Allowed
Allow: GET, PUT

Ein im Vertrag zugesagtes Verb braucht also seine Funktion. Fehlt sie, ist das an der Antwort sofort zu erkennen und kein Serverfehler.

Parameter

oParams (TStrings)

Enthält alle Query-Parameter, POST-Parameter (form-urlencoded) sowie die durchgereichten HTTP-Header. Werte sind immer Strings.

Filterung durch den Server:

  • Geblockte Header werden nicht durchgereicht: authorization, cookie, proxy-authorization, x-forwarded-for, x-real-ip, apikey, api_key.
  • Parameter mit Präfix _OBS_ können von aussen nicht gesetzt werden; sie sind für interne Werte reserviert.
  • Werte werden auf max. 1024 Zeichen begrenzt.
  • Null-Bytes und Steuerzeichen (ausser Tab, CR, LF) werden entfernt.

Zugriff im Skript:

if (not Empty(oParams.Values['kundennr'])) then begin
    cKundenNr := oParams.Values['kundennr'];
end;

oBody (TJSONObject)

Enthält den Request-Body, sofern dieser ein gültiges JSON-Objekt ist. Bei leerem oder nicht-JSON-Body wird nil übergeben.

HINWEIS: Generics funktionieren im Skript nicht. Aus Delphi bekannte

Schreibweisen wie oBody.TryGetValue<string>('feld', cVar) lassen sich nicht

übersetzen. Gelesen wird über GetValue.

GetValue liefert nil, wenn das Feld im Body nicht enthalten ist - daran lässt sich „nicht gesendet" von „leer gesendet" unterscheiden. Der Wert ist immer ein String und wird bei Bedarf selbst gewandelt.

cUser := ;
cPass := ;
if (Assigned(oBody)) then begin
    oVal := oBody.GetValue('username');
    if (Assigned(oVal)) then begin
        cUser := oVal.Value;
    end;
    oVal := oBody.GetValue('password');
    if (Assigned(oVal)) then begin
        cPass := oVal.Value;
    end;
end;

Bei mehr als zwei Feldern lohnt eine kleine Hilfsfunktion, die das Muster einmal kapselt:

function _BodyStr(oBody: TJSONObject; const cFeld: string): string;
var oVal: TJSONValue;
begin
    result := '';
    if (oBody = nil) then begin
        exit;
    end;
    oVal := oBody.GetValue(cFeld);
    if (Assigned(oVal)) then begin
        result := oVal.Value;
    end;
end;

// Aufruf:
cBetreff := _BodyStr(oBody, 'betreff');

Andere Typen entstehen aus dem String:

Zieltyp Umwandlung
Ganzzahl iVal(_BodyStr(oBody, 'menge'))
Kommazahl fVal(StrTran(_BodyStr(oBody, 'preis'), '.', ',')) - JSON liefert den Dezimalpunkt, fVal erwartet die lokale Notation
Boolean Lower(_BodyStr(oBody, 'aktiv')) = 'true'
Datum/Zeit ISO-8601-String selbst zerlegen (CToDT erwartet das deutsche Format)

Maximale Body-Grösse: 10 MB.

Reservierte _OBS_-Parameter

Bei aktiver JWT-Authentifizierung stehen die Token-Claims als Parameter zur Verfügung:

Parameter Inhalt
_OBS_JWT_ID JWT-Id (jti-Claim) - typisch die User-Id. Muss nicht eindeutig sein: die Sitzung führt der Server über eigene Kennungen (siehe unten)
_OBS_JWT_SUBJECT Subject (sub-Claim) - typisch Benutzername
_OBS_JWT_AUDIENCE Audience (aud-Claim) - typisch Mandant / Rolle
_OBS_JWT_CLAIM_<name> Beliebiger Custom-Claim des Tokens (z.B. _OBS_JWT_CLAIM_tenant, _OBS_JWT_CLAIM_roles); im Folge-Skript lesbar
_OBS_TRACE_ID Korrelations-ID des Requests (auch als Response-Header X-Trace-Id)

Unabhängig von JWT stehen ausserdem immer zur Verfügung:

Parameter Inhalt
_OBS_SERVER_TIME Aktuelle Serverzeit als ISO-8601 mit UTC-Offset (z.B. 2026-08-17T09:12:33+02:00). Nützlich, um Datumswerte in derselben Zeitzone auszuliefern, in der der Server arbeitet, und damit ein Client seinen Uhren-Versatz bestimmen kann
_OBS_JWT_EXP_SEC Laufzeit des Access-Tokens in Sekunden (JWT-Exp × 60). Damit kann ein Konfigurations-Endpunkt denselben Wert ausliefern, den der Token wirklich hat

Diese Werte werden vom Server gesetzt und können vom Skript für Berechtigungs- und Mandantenprüfungen verwendet werden.

Zusätzlich trägt jedes Token zwei Sitzungskennungen des Servers, lesbar als _OBS_JWT_CLAIM_sid und _OBS_JWT_CLAIM_rid:

Claim Inhalt
sid Sitzung. Bleibt über alle Erneuerungen (Refresh) hinweg gleich und ist der Schlüssel für das Abmelden
rid Zeilenkennung des einzelnen Token-Paares in RESTSRV_TOKEN. Bei jeder Erneuerung neu

Beide sind OBS-UIDs (10 Zeichen) und werden vom Server nach den Claims des Skripts gesetzt - ein Skript kann sie also auch mit _OBS_JWT_CLAIM_sid nicht überschreiben. Für Fachlogik sind sie nicht gedacht; sie sind nützlich, um eine Sitzung im Protokoll wiederzufinden.

Pfad-Parameter

Stammt der Endpunkt aus einem Pfad-Template mit Platzhaltern (siehe Endpunkte), stehen die aus den Platzhaltern erfassten Werte als reservierte Parameter mit Präfix _OBS_PATH_ in oParams bereit:

Template Zugriff im Skript
/orders/{uid} oParams.Values['_OBS_PATH_uid']
/orders/{uid}/modules/{code} oParams.Values['_OBS_PATH_uid'], oParams.Values['_OBS_PATH_code']

Da der Präfix _OBS_ für von aussen gelieferte Header- und Query-Parameter gesperrt ist, sind diese Werte nicht durch den Client fälschbar. Ein vollständiges Beispiel zeigt Beispiel 4 - Pfad-Parameter.

Datei-Uploads

Ist der Endpunkt für Uploads freigeschaltet (re_upload = 1, siehe Endpunkte), nimmt der Server hochgeladene Dateien entgegen, legt sie in einem temporären Verzeichnis ab und übergibt dem Skript Pfad, Originalname und Content-Type über reservierte Parameter. Das Skript entscheidet selbst über die weitere Verarbeitung (z.B. DMS-Ablage). Der Body wird in diesem Fall nicht als JSON geparst - oBody ist nil. Es gilt nicht das JSON-Body-Limit (10 MB), sondern die pro Endpunkt konfigurierte Grösse (re_upload_size, Standard 25 MB; Überschreitung -> 413).

Beide Übertragungsarten - multipart/form-data und der resumable Content-Range-Upload - liefern dem Skript dieselben Parameter:

Parameter Inhalt
_OBS_UPLOAD_PATH Vollständiger Pfad zur temporären Datei auf dem Server
_OBS_UPLOAD_NAME Originaldateiname
_OBS_UPLOAD_CONTENTTYPE Content-Type der Datei (Default application/octet-stream, wenn der Client keinen angibt)
_OBS_UPLOAD_SHA256 SHA-256 der gespeicherten Datei, hex in Kleinbuchstaben. Damit lässt sich eine vom Client mitgesendete Prüfsumme vergleichen - erst dieser Vergleich macht aus ihr eine Zusicherung

Der Dateiname ist Pflicht. Fehlt er, lehnt der Server den Upload mit 400 Bad Request ab und das Skript wird nicht ausgeführt - das Skript kann sich also darauf verlassen, dass _OBS_UPLOAD_PATH und _OBS_UPLOAD_NAME gesetzt sind, sobald es läuft.

HINWEIS: Die temporäre Datei wird nicht automatisch verschoben. Das Skript muss sie an ihren Zielort (DMS, Verzeichnis, ...) übernehmen.

Einfacher Upload (multipart/form-data)

Eine Datei pro Request. Name und Content-Type stammen aus der Content-Disposition der Datei-Partie (filename=). Der Server speichert die erste Datei-Partie und ruft das Skript auf.

Die übrigen Partien des Formulars - alles ohne filename= - übergibt der Server als _OBS_FORM_<name>. Der Wert ist UTF-8 und auf 1024 Zeichen begrenzt, der Name auf Buchstaben, Ziffern und Unterstrich reduziert. Zusatzangaben lassen sich damit im selben Request mitschicken, ohne sie an die URL zu hängen:

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes : TJSONObject;
    cPfad: string;
    cName: string;
    cTyp : string;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        cPfad := oParams.Values['_OBS_UPLOAD_PATH'];
        cName := oParams.Values['_OBS_UPLOAD_NAME'];
        cTyp  := oParams.Values['_OBS_UPLOAD_CONTENTTYPE'];

        // ... Datei aus cPfad ins DMS / Zielverzeichnis uebernehmen ...

        oRes.AddPair('status'   , 'ok');
        oRes.AddPair('dateiname', cName);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Resumable/Chunked Upload (Content-Range)

Für grosse Dateien überträgt der Client die Datei in Teilstücken (Chunks) mit dem Header Content-Range: bytes START-END/TOTAL. Der Server hängt die Chunks sequentiell an eine Session-Datei an und behandelt unvollständige Uploads selbst - das Endpunkt-Skript läuft erst beim vollständigen Upload (dann mit gesetztem _OBS_UPLOAD_PATH, _OBS_UPLOAD_NAME und _OBS_UPLOAD_CONTENTTYPE).

Name und Content-Type sind im Content-Range-Protokoll nicht enthalten; der Client liefert sie deshalb im ersten Chunk über den Header Upload-Metadata (Format wie bei tus: kommagetrennte Paare schlüssel base64wert, Werte Base64-kodiert):

Upload-Metadata: filename ZmlsZS5wZGY=,filetype YXBwbGljYXRpb24vcGRm

Erkannt werden die Schlüssel filename (Pflicht) und filetype (optional). Fehlt filename im ersten Chunk, wird der Upload mit 400 abgelehnt, ohne dass eine Datei angelegt wird. Folge-Chunks und Statusabfragen müssen die Metadaten nicht erneut senden.

Ablauf (vom Client gesteuert, der Server antwortet jeweils):

Request Server-Antwort
Erster Chunk Content-Range: bytes 0-1048575/5000000 + Upload-Metadata 308 Resume Incomplete + Header Upload-Id, Upload-Offset, Range
weitere Chunks (jeweils Upload-Id mitsenden) 308 mit aktualisiertem Upload-Offset
letzter Chunk (Bereich erreicht TOTAL) normale Skript-Antwort (z.B. 200/201)
Statusabfrage Content-Range: bytes */5000000 aktueller Upload-Offset, ohne anzuhängen (Resume)
Header Richtung Bedeutung
Content-Range Request bytes START-END/TOTAL; bytes */TOTAL nur als Statusabfrage
Upload-Metadata Request tus-Metadaten im ersten Chunk: filename (Pflicht), filetype (optional), Base64-kodiert
Upload-Id Request/Response Session-Kennung. Fehlt sie im ersten Request, erzeugt der Server eine und gibt sie zurück; alle Folge-Chunks müssen sie mitsenden.
Upload-Offset Response Anzahl der bereits gespeicherten Bytes (= Startoffset des nächsten Chunks)
Range Response Bereits gespeicherter Bereich (bytes=0-N)

Der Server hängt einen Chunk nur an, wenn START dem bereits gespeicherten Stand entspricht. Bei Abweichung (doppelter Chunk, Lücke) wird nicht angehängt, sondern der aktuelle Upload-Offset zurückgemeldet - der Client setzt ab dort neu auf. Eine separate Statusabfrage ist für ein Resume daher nicht zwingend nötig.

Überschreitet ein Chunk bzw. die Gesamtgrösse das Limit (re_upload_size), antwortet der Server mit 413 Payload Too Large.

HINWEIS: Der Upload-Status liegt prozesslokal im Speicher. Nach einem Neustart des Servers muss ein unvollständiger Upload neu begonnen werden.

Rückgabe

Die Rückgabe ist immer ein JSON-String. Wird ein leerer String zurückgegeben, antwortet der Server automatisch mit {}. Der Server setzt Content-Type auf application/json; charset=utf-8 und Status auf 200, sofern das Skript nicht selbst einen Fehler signalisiert.

Einfaches Beispiel:

function Get(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        oRes.AddPair('wert_string', '123');
        oRes.AddPair('wert_int'   , 456);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Antwort steuern: Statuscode, Header, traceId

Ein Skript kann den HTTP-Statuscode und beliebige Response-Header über reservierte Felder in der Antwort setzen. Der Server wertet sie aus und entfernt sie vor dem Senden aus dem Body.

Antwort-Feld Wirkung
_OBS_HTTP_STATUS (Zahl) HTTP-Statuscode (z.B. 201, 204, 400, 409, 422). Ohne Angabe: 200. Bei 204 wird kein Body gesendet.
_OBS_HEADERS (Objekt) Beliebige Response-Header, z.B. ETag, Location, Retry-After. CR/LF in Namen/Werten werden entfernt (Schutz vor Header-Injection).
_OBS_JWT_REVOKE (Text) Sperrt die Sitzung des vorgelegten Tokens (session) oder alle Sitzungen des Subjects (all). Damit wird ein Endpunkt zum Logout, ohne eigene Verwaltung. Scheitert das Sperren, antwortet der Server mit 503 statt mit der Antwort des Skripts - siehe Zugänge, Abschnitt Abmelden.

Zusätzlich trägt jede Antwort den Header X-Trace-Id (Korrelations-ID). Dieselbe ID liegt dem Skript als oParams.Values['_OBS_TRACE_ID'] vor und erscheint in jeder Server-Fehler-Logzeile in RESTSRV_PROTO - so lässt sich ein Fehler ohne Gerätezugriff im Log wiederfinden.

Beispiel: Anlegen mit 201, Location und ETag

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes, oHdr: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        // ... Datensatz anlegen, neue UID + Version (ETag) ermitteln ...
        oHdr := TJSONObject.Create();
        oHdr.AddPair('Location', '/v1/orders/' + cNeueUid);
        oHdr.AddPair('ETag', '1');

        oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 201);
        oRes.AddPair('_OBS_HEADERS', oHdr);
        oRes.AddPair('uid', cNeueUid);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Beispiel: Strukturierter Fehler mit Statuscode und traceId

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes, oErr: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        oErr := TJSONObject.Create();
        oErr.AddPair('code', 'VALIDATION_FAILED');
        oErr.AddPair('message', 'Feld "menge" fehlt');
        oErr.AddPair('traceId', oParams.Values['_OBS_TRACE_ID']);

        oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 422);
        oRes.AddPair('error', oErr);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Beispiel: Optimistic Concurrency (ETag / If-Match)

Mit Statuscode, Headern und dem lesbaren Header If-Match führt das Skript je Datensatz einen Versionszähler und lehnt veraltete Schreibzugriffe mit 409 ab:

function Put(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes, oHdr: TJSONObject;
    nAktuell, nIfMatch: integer;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        nAktuell := AuftragVersion(oParams.Values['_OBS_PATH_uid']);
        nIfMatch := iVal(oParams.Values['if-match']);

        if (nIfMatch <> nAktuell) then begin
            oHdr := TJSONObject.Create();
            oHdr.AddPair('ETag', xStr(nAktuell));
            oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 409);
            oRes.AddPair('_OBS_HEADERS', oHdr);
            oRes.AddPair('error', TJSONObject.Create.AddPair('code', 'VERSION_CONFLICT'));
            result := oRes.ToJSON();
            exit;
        end;

        // ... speichern, Version hochzählen ...
        oHdr := TJSONObject.Create();
        oHdr.AddPair('ETag', xStr(nAktuell + 1));
        oRes.AddPair('_OBS_HEADERS', oHdr);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Idempotenz - was das Skript beachten muss

Sendet ein Konsument bei POST/PUT/PATCH/DELETE den Header Idempotency-Key, fängt der Server doppelte Sendungen ab. Das Skript braucht dafür keine eigene Logik - keine Schlüssel-Tabelle, keine Prüfung am Anfang der Methode.

Was das Skript wissen muss:

Antwort des Skripts Wirkung auf den Idempotenz-Speicher
2xx Statuscode, Body und Header werden gespeichert. Eine Wiederholung mit demselben Schlüssel bekommt genau diese Antwort zurück, das Skript läuft nicht erneut
4xx Der Schlüssel wird freigegeben. Der Konsument darf denselben Schlüssel nach Korrektur des Inhalts erneut verwenden
5xx oder Exception Der Schlüssel bleibt belegt, der Fall wird protokolliert. Eine Wiederholung wird abgelehnt, bis der Fall geklärt ist

Daraus folgen zwei Regeln für Endpunkt-Skripte:

  • Fachliche Ablehnungen als 4xx melden (422, 409, 404), nicht als 2xx mit Fehlertext im Body. Sonst wird die Ablehnung gespeichert und der Konsument bekommt sie bei jedem weiteren Versuch erneut - auch nachdem er den Fehler behoben hat.
  • Die Antwort muss vollständig sein. Was zurückgegeben wird, wird eingefroren. Ein Feld, das erst der zweite Aufruf ergänzen würde, kommt beim Konsumenten nie an.
HINWEIS: Vor dieser Server-Funktion mussten Skripte die Idempotenz selbst

abbilden. Solche Skripte laufen unverändert weiter - die Doppelprüfung schadet

nicht, ist aber überflüssig und kann beim nächsten Überarbeiten entfallen.

Der vollständige Ablauf und die Statuscodes stehen unter Endpunkte.

JWT-Authentifizierungs-Skript

Bei Zugängen mit aktiver JWT-Pflicht wird über den JWT-Endpunkt das im Zugang hinterlegte Authentifizierungs-Skript aufgerufen (F7 in der Zugänge-Liste). Das Skript muss eine Methode Authenticate bereitstellen:

function Authenticate(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes  : TJSONObject;
    oVal  : TJSONValue;
    cUser : string;
    cPass : string;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        // Eingangsdaten lesen (Body oder Query-Param)
        cUser := '';
        cPass := '';
        if (Assigned(oBody)) then begin
            oVal := oBody.GetValue('username');
            if (Assigned(oVal)) then begin
                cUser := oVal.Value;
            end;
            oVal := oBody.GetValue('password');
            if (Assigned(oVal)) then begin
                cPass := oVal.Value;
            end;
        end;

        // Prüfung gegen eigene Tabelle, Hash-Verfahren, LDAP, ...
        if (PasswortPasst(cUser, cPass)) then begin
            oRes.AddPair('status'          , 1);
            oRes.AddPair('_OBS_JWT_ID'     , cUser);
            oRes.AddPair('_OBS_JWT_SUBJECT', cUser);
            oRes.AddPair('_OBS_JWT_AUDIENCE', 'mandant1');
        end else begin
            oRes.AddPair('status', 9);
            oRes.AddPair('error' , 'Login fehlgeschlagen');
        end;

        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Rückgabewerte:

status Bedeutung
1 Erfolgreich, der Server erzeugt aus den _OBS_JWT_*-Werten einen Token (HS256)
9 Misserfolg, der Server antwortet mit 401 und reicht den Wert von error als error.message an den Client durch (zusätzlich protokolliert)
HINWEIS: {{{1}}}

Liefert das Skript einen anderen Status als 1 oder 9, ist gar nicht lauffähig oder gibt kein auswertbares JSON zurück, antwortet der Server mit 403 und einer generischen Meldung - ein defektes Anmeldeskript soll dem Anwender nicht als „Passwort falsch" erscheinen.

Kann der Server die Sitzungszeile zum ausgestellten Token nicht schreiben (Tabelle fehlt, Datenbankproblem), liefert er kein Token aus und antwortet mit 503 und Retry-After. Auch das ist bewusst kein 401/403: die Zugangsdaten waren richtig, der Versuch darf wiederholt werden.

Aufbau der Token-Antwort

Bei Erfolg baut der Server die Antwort aus den Token-Feldern und allen weiteren Feldern, die das Skript zurückgibt:

{"benutzerId": "4711", "tenant": "nord", "roles": ["TECHNIKER"],
 "token":       "eyJ...",
 "accessToken": "eyJ...",
 "refreshToken":"eyJ...",
 "expiresIn":   28800,
 "serverTime":  "2026-08-17T09:12:33+02:00"}
Feld Herkunft
token / accessToken Derselbe Access-Token unter zwei Namen. accessToken erwarten die meisten Client-Bibliotheken, token bleibt für bestehende Konsumenten erhalten
refreshToken Nur wenn das Skript _OBS_JWT_REFRESH_ID geliefert hat
expiresIn Laufzeit des Access-Tokens in Sekunden (JWT-Exp × 60)
serverTime Serverzeit ISO-8601 mit Offset
alle übrigen Felder Frei vom Skript bestimmt. Übernommen wird alles ausser status und den _OBS_-Steuerfeldern

Damit kann das Anmeldeskript alles mitliefern, was der Client direkt nach dem Login braucht (Benutzer-Id, Mandant, Rollen, Berechtigungen) - ohne dass dieser dafür einen zweiten Aufruf absetzen muss. Ein Feld, das genauso heisst wie eines der Token-Felder oben, wird verworfen; die Engine setzt diese selbst.

Custom-Claims, serverTime und Refresh

Das Authenticate-Skript kann dem Token zusätzlich beliebige Custom-Claims mitgeben - z.B. Mandant und Rollen - und optional ein Refresh-Token anstoßen:

RÜckgabefeld Bedeutung
_OBS_JWT_CLAIM_<name> Beliebiger Custom-Claim, z.B. _OBS_JWT_CLAIM_tenant, _OBS_JWT_CLAIM_roles. Im Folge-Skript lesbar als oParams.Values['_OBS_JWT_CLAIM_<name>'].
_OBS_JWT_REFRESH_ID (optional) jti des Refresh-Tokens. Nur wenn gesetzt, stellt der Server ein Refresh-Token aus.
_OBS_JWT_REFRESH_EXP (optional) Lebensdauer des Refresh-Tokens in Minuten (Default 90 Tage = 129600).

Jedes Token trägt automatisch den Claim token_use (access bzw. refresh) sowie die Sitzungskennungen sid und rid des Servers. Die Antwort enthält bei Erfolg serverTime (ISO-8601 mit Offset), bei ausgestelltem Refresh zusätzlich refreshToken:

{"token":"...", "refreshToken":"...", "serverTime":"2026-06-29T15:30:12+02:00"}
HINWEIS: Mandant und Rollen immer aus dem Token lesen (_OBS_JWT_CLAIM_*), nie aus Body oder Query.

Refresh-Methode

Der Refresh läuft über denselben JWT-Endpunkt und dasselbe Skript. Liegt am JWT-Endpunkt ein Authorization: Bearer <token> mit einem Refresh-Token vor, ruft der Server statt Authenticate die Methode Refresh auf (ohne Bearer: Login; DELETE mit Access-Token: Abmelden, ohne Skript).

Bevor das Skript läuft, hat der Server das vorgelegte Refresh-Token verifiziert (Signatur, Ablauf, token_use=refresh) und in der Sitzung entwertet. Einmalgebrauch, Rotation und Sperrliste sind damit Sache des Servers. Das Skript liefert nur noch die aktuellen Claims - genau das ist der Sinn des Aufrufs: eine zwischenzeitlich geänderte Rolle oder ein gewechselter Mandant wirken spätestens mit der nächsten Erneuerung.

ACHTUNG: Eine eigene Sperrtabelle im Skript ist nicht mehr nötig und sollte

entfernt werden. Wer sie weiterführt, rotiert zweimal - einmal im Skript, einmal im Server - und riskiert, dass beide Seiten unterschiedlicher Meinung sind. Der

Server sieht die Skript-Tabelle nicht, und das Skript sieht die Sitzung nicht.

Ein bereits benutztes Refresh-Token wird mit 401 abgelehnt. Erfolgt die erneute Vorlage innerhalb von 60 Sekunden, bleibt die Sitzung bestehen (paralleler Refresh einer App); danach gilt sie als Wiedervorlage und die gesamte Sitzung wird gesperrt. Details in Zugänge.

Das alte Refresh-jti steht weiterhin als oParams.Values['_OBS_JWT_ID'] bereit, falls das Skript es für eigene Protokollierung braucht.

function Refresh(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes : TJSONObject;
    cUser: string;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        cUser := oParams.Values['_OBS_JWT_SUBJECT'];

        // Der Server hat das vorgelegte Refresh-Token bereits geprueft und
        // entwertet. Hier wird nur entschieden, ob der Benutzer die Sitzung
        // fortsetzen darf - und mit welchen Rechten.
        if (not BenutzerAktiv(cUser)) then begin
            oRes.AddPair('status', 9);
            oRes.AddPair('error' , 'Konto ist nicht mehr aktiv, bitte neu anmelden');
            result := oRes.ToJSON();
            exit;
        end;

        // Rolle und Mandant neu lesen, nicht aus dem alten Token uebernehmen -
        // sonst wirkt ein Rechteentzug erst beim naechsten Login.
        oRes.AddPair('status'               , 1);
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_ID'          , cUser);
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_SUBJECT'     , cUser);
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_CLAIM_tenant', TechnikerMandant(cUser));
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_CLAIM_roles' , TechnikerRollen(cUser));
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_REFRESH_ID'  , GlobalUID());   // loest das neue Refresh-Token aus
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Abmelden (Logout)

Für das Abmelden braucht das Skript keine Methode. Es läuft über ein DELETE auf denselben JWT-Endpunkt (Access-Token im Authorization-Header) und wird komplett in der Engine erledigt: die Sitzung wird gesperrt, die Antwort ist 204. Eine Methode Logout gibt es nicht und wird nicht aufgerufen. Details: Zugänge, Phase 4.

Wer beim Abmelden zusätzlich fachlich etwas tun will - eine Geräteregistrierung löschen, einen Push-Token verwerfen, den Vorgang protokollieren - nimmt einen gewöhnlichen Endpunkt und setzt dort _OBS_JWT_REVOKE. Dasselbe gilt für "auf allen Geräten abmelden", weil das eine Berechtigungsentscheidung braucht:

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        GeraeteRegistrierungLoeschen(oParams.Values['_OBS_JWT_SUBJECT']);

        // 'session' = diese Sitzung, 'all' = alle Sitzungen des Subjects
        oRes.AddPair('_OBS_JWT_REVOKE' , 'session');
        oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 204);
        result := oRes.ToJSON();
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;

Gesperrt wird in beiden Wegen die ganze Sitzung, also auch die noch nicht abgelaufenen Access-Token vorheriger Erneuerungen. Ein wiederholter Aufruf ist unschädlich. Lässt sich die Sitzung nicht sperren, überschreibt der Server die Antwort des Skripts mit 503 - ein Client darf nicht glauben, er sei abgemeldet, während sein Token weiterläuft.

Fehlerbehandlung im Skript

Tritt im Skript eine Exception auf oder schlägt die Syntax-Prüfung fehl, antwortet der Server mit 500 Interner Fehler und protokolliert die Detail-Meldung in RESTSRV_PROTO (mit Skript-Fehlertext). Der Konsument sieht keine internen Details.

Server-eigene Fehler (Routing, Rate-Limit, Token, Auffangnetz) haben ein einheitliches Format mit einem error-Objekt - Aufbau siehe Übersicht.

Will das Skript einen spezifischen Fehler an den Konsumenten zurückgeben, sollte es dasselbe Format und einen passenden Statuscode verwenden:

function Post(oParams: TStrings; oBody: TJSONObject): string;
var oRes, oErr: TJSONObject;
begin
    oRes := TJSONObject.Create();
    try
        if (Empty(oParams.Values['kundennr'])) then begin
            oErr := TJSONObject.Create();
            oErr.AddPair('code'   , 'VALIDATION_FAILED');
            oErr.AddPair('message', 'Parameter ''kundennr'' fehlt');
            oErr.AddPair('traceId', oParams.Values['_OBS_TRACE_ID']);

            oRes.AddPair('_OBS_HTTP_STATUS', 422);
            oRes.AddPair('error', oErr);
            result := oRes.ToJSON();
            exit;
        end;
        // ...
    finally
        MyFreeAndNil(oRes);
    end;
end;
HINWEIS: Ein fachlicher Fehler gehört auf einen 4xx-Statuscode, nicht auf

200 mit Fehlertext im Body. Nur so erkennt der Konsument den Fehlschlag ohne den Body auszuwerten - und nur so gibt der Server einen belegten

Idempotency-Key wieder frei (siehe Abschnitt Idempotenz).

Ändern: qSqlInit statt qSqlRead

Zum Ändern eines vorhandenen Satzes wird ebenfalls qSqlInit benutzt - der Satz wird über sys_uid adressiert:

q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cSysUid);      // Schreib-Index auf den Originalsatz
q.qSet('ti_status', '9');
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln, siehe unten
end;
qSqlFree(q);

qSqlRead ist dafür die falsche Wahl, aus zwei Gründen:

  • Es liest den kompletten Altsatz ein - ein zusätzlicher Lesezugriff, der Zeit kostet.
  • Es schreibt anschliessend nur die Änderungen. Ist der neue Wert gleich dem alten, entsteht gar kein Write, und SaveData liefert False - ununterscheidbar von einem echten Fehlschlag.
HINWEIS: Ohne sys_uid legt qSqlInit einen neuen

Datensatz an, statt den vorhandenen zu ändern. Die sys_uid ist der

Schreib-Index und gehört bei jeder Änderung gesetzt.

Damit entfällt auch das übliche Paar aus DB_LSeek und qSqlRead: eine Abfrage auf die sys_uid liefert zugleich die Existenzprüfung und den Schreib-Index.

cUid := '';
if (DB_SOpen(oDB, 'SELECT sys_uid FROM tickets WHERE ' + cWhere + ' LIMIT 1', q)) then begin
    if (not q.EoF) then begin
        cUid := q.A2UID();
    end;
end;
DB_Close(q);

if (not Empty(cUid)) then begin
    // ändern: qSqlInit + sys_uid
end else begin
    // anlegen: qSqlInit ohne sys_uid
end;

Mehrere Felder sind EIN Schreibvorgang

Ein qSqlInit-Objekt nimmt beliebig viele qSet entgegen und schreibt sie mit einem SaveData. Fallen an derselben Zeile mehrere Felder an, gehören sie in dasselbe Objekt:

// FALSCH: fünf Felder, fünf Schreibvorgänge - und jeder Setzer, der sich
// seine sys_uid selbst holt, bringt zusätzlich eine eigene Abfrage mit
FeldSetzen(cUid, 'ti_status' , '9');
FeldSetzen(cUid, 'ti_grund'  , cGrund);
FeldSetzen(cUid, 'ti_von'    , cBenutzer);

// RICHTIG: ein Schreibobjekt, ein SaveData
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('sys_uid'  , cUid);
q.qSet('ti_status', '9');
q.qSet('ti_grund' , cGrund);
q.qSet('ti_von'   , cBenutzer);
if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then begin
    // ... Fehler behandeln
end;
qSqlFree(q);

Das ist nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit: einzeln geschriebene Felder sind nicht atomar. Bricht der dritte Schreibvorgang ab, steht die Zeile halb geändert da - Grund gesetzt, Zeitpunkt nicht.

Wird nichts gesetzt, darf auch nicht geschrieben werden: das Schreibobjekt dann mit qSqlFree freigeben, statt ein leeres SaveData abzusetzen.

HINWEIS: Ein Setzer für ein Feld (FeldSetzen(cUid, cFeld, cWert))

ist bequem und deshalb verführerisch. Er versteckt aber je Aufruf eine eigene Abfrage und ein eigenes SaveData. Für einen Vorgang mit mehreren Feldern gehört ein Editier-Helfer her, der das Schreibobjekt liefert -

geschrieben wird einmal am Ende.

Keine Abfrage je Zeile

Was in einer Liste je Zeile nachgeschlagen wird, kostet N Abfragen für eine Antwort. Bei fünfzig Aufträgen sind das fünfzig Abfragen für ein einziges Feld. Der Ausweg ist immer derselbe:

  • Werte aus einer 1:1-Beziehung über einen LEFT JOIN mitnehmen - bei einem eindeutigen Index auf dem Join-Feld kann er die Zeilen nicht vervielfachen.
  • Einzelwerte aus einer 1:n-Beziehung über eine Unterabfrage in der SELECT-Liste holen, nicht über einen Join (der Join würde die Zeilen vervielfachen).
  • Eine echte Unterliste (Positionen, Dateien) nur dann nachladen, wenn ein Zählfeld in der Hauptabfrage sagt, dass es überhaupt eine gibt.
HINWEIS: Ein GET soll lesen. Schreibvorgänge im Lesepfad - etwas

"beim ersten Ausliefern festschreiben" - vervielfachen sich mit der Zeilenzahl

und treffen den Aufrufer, der nur eine Liste angefordert hat.

Schreibfehler erkennen

SaveData liefert einen Boolean - und der ist die einzige Fehlermeldung, die es gibt. (Auch der Parameter ist ein Boolean: NEW_RECORD und UPDATE_RECORD sind Wahrheitswerte, keine Zahlen.) Schlägt das Schreiben in der Datenbank fehl (Duplicate entry auf einem eindeutigen Index, zu langer Wert, fehlende Spalte), dann

  • wird keine Exception ausgelöst,
  • steht nichts in RESTSRV_PROTO,
  • läuft das Skript weiter und antwortet mit dem Erfolg, den es selbst formuliert.

Wer den Aufruf als Anweisung schreibt, baut damit einen stillen Datenverlust ein. Weil in einem Endpunkt schnell ein Dutzend Schreibvorgänge zusammenkommen, gehört die Prüfung in eine eigene kleine Prozedur - am besten in die gemeinsame Lib:

procedure Speichern(q: TqSQL; lNeu: Boolean; const cWas: string);
var lOk: Boolean;
begin
    lOk := q.SaveData(lNeu);
    qSqlFree(q);                     // auch im Fehlerfall freigeben
    if (not lOk) then begin
        raise Exception.Create('Schreiben fehlgeschlagen: ' + cWas);
    end;
end;

// Aufruf statt SaveData + qSqlFree:
q := qSqlInit(oDB, 'tickets');
q.qSet('ti_betreff', cBetreff);
Speichern(q, NEW_RECORD, 'Ticket');

Die Exception fängt der Server: er schreibt Schreiben fehlgeschlagen: Ticket nach RESTSRV_PROTO und antwortet mit 500. Liegt ein Idempotency-Key an, wird er dabei freigegeben - die Anfrage ist also wiederholbar (siehe Abschnitt Idempotenz).

HINWEIS: Ein fehlgeschlagenes Schreiben ist kein Fall, in dem ein Endpunkt

sinnvoll weiterlaufen kann: die Fachwirkung ist dann unvollständig. Wer trotzdem weitermachen will - etwa weil mehrere unabhängige Sätze geschrieben werden -, prüft den Rückgabewert und baut selbst eine Antwort. Ignorieren darf man ihn

nie.

Gängige Codes, die auch der Server selbst verwendet: VALIDATION_FAILED (422), NOT_FOUND (404), FORBIDDEN_ROLE (403), VERSION_CONFLICT (409). Eigene, fachlich sprechende Codes sind erlaubt - wichtig ist, dass sie stabil bleiben, weil Konsumenten darauf ihre Reaktion aufbauen.

Gemeinsamen Code auslagern

Wird Logik in mehreren Endpunkten gebraucht - Berechtigungsprüfungen, JSON-Bausteine, Hilfsfunktionen -, muss sie nicht in jedes Skript kopiert werden. Die Skript-Engine lädt Textbausteine beim Laden aus einer beliebigen Tabelle nach:

{$L T="restsrv_endpoints" I="re_pathtemplate" V="/meinapp/lib" F="re_script"}
Attribut Bedeutung
T Tabelle, aus der geladen wird
I Spalte, über die gesucht wird
V Wert, der in dieser Spalte stehen muss
F Spalte, deren Inhalt an dieser Stelle eingesetzt wird

Die Direktive steht üblicherweise direkt unter dem Kopfkommentar des Skripts. Der Compiler sieht danach den zusammengesetzten Text - eine Funktion aus der Lib lässt sich also aufrufen wie eine im Skript selbst geschriebene.

Bewährtes Muster: Lib als eigene Endpunkt-Zeile

Am wenigsten Verwaltung macht es, die Lib als eigene Zeile in RESTSRV_ENDPOINTS abzulegen:

  1. Endpunkt anlegen mit einem eigenen Pfad-Template, z.B. /meinapp/lib.
  2. Den Lib-Quelltext ins Skript-Feld dieser Zeile schreiben (F7).
  3. Keine Berechtigung in der Berechtigungs-Liste vergeben - das ist der Schutz: ohne Berechtigung beantwortet der Server einen Aufruf mit 403.
  4. In jedem nutzenden Endpunkt die Direktive oben einfügen.

Damit ist die Lib reiner Ablageort und von aussen nicht nutzbar. Eine Änderung wirkt auf alle einbindenden Endpunkte, ohne dass ein einziges Endpunkt-Skript angefasst werden muss.

HINWEIS: Lib und Skripte gemeinsam einspielen. Kommt in der Lib eine neue

Funktion hinzu, genügt es nicht, nur das nutzende Skript zu aktualisieren. Eine ältere Lib lädt fehlerfrei - der Compiler meldet dann ausschliesslich die neuen

Namen als Unknown name, was leicht wie ein Fehler im Skript aussieht.
HINWEIS: Auch hier greift der Endpunkt-Cache: eine Änderung an der Lib wird erst nach Ablauf des TTL (bis zu 60 Sekunden) wirksam.

Fallstricke im Skript

Die folgenden Punkte unterscheiden das Skript von normalem Delphi-Code und kosten sonst eine Runde Fehlersuche:

Stolperstein Richtig
DB_SOpen('Y00…', oDB, …) - der AD-UID-Parameter aus dem Delphi-Code Im Skript ohne UID: DB_SOpen(oDB, cSql, q). Gleiches gilt für qSqlInit(oDB, 'tab') und qSqlRead(oDB, 'tab', cWhere) - jede dieser Funktionen beginnt mit oDB
oBody.TryGetValue<T>(…) Generics gibt es nicht - über GetValue lesen (siehe oBody)
EMPTY_DATE für ein leeres Datum EMPTY_DATE ist im Skript ein String. Für Datumsvariablen und -vergleiche MINDATETIME verwenden
fVal auf einen JSON-Zahlenwert JSON liefert den Dezimalpunkt, fVal erwartet die lokale Notation: vorher StrTran(cVal, '.', ',')
TStringList für Zwischenlisten In Skripten unzuverlässig. Kleine Mengen über einen Delimiter-String führen ('|' + wert + '|') und mit Pos prüfen
Default-Parameter in eigenen Funktionen Werden nicht unterstützt - alle Parameter ausschreiben
q.SaveData(…) als Anweisung schreiben SaveData liefert einen Boolean. Ein SQL-Fehler beim Schreiben wirft keine Exception und landet in keinem Protokoll - der Rückgabewert ist die einzige Meldung. Immer auswerten, siehe Schreibfehler erkennen
Je Feld ein eigener Setzer-Aufruf Ein qSqlInit-Objekt, beliebig viele qSet, ein SaveData. Einzeln geschrieben kostet jedes Feld eine eigene Abfrage samt eigenem Write - und der Vorgang ist nicht mehr atomar, siehe Mehrere Felder
Ein Wert je Zeile nachgeschlagen In einer Liste sind das N Abfragen für eine Antwort. Über LEFT JOIN (1:1) oder Unterabfrage (1:n) mitnehmen, siehe Keine Abfrage je Zeile
Ausgabeparameter vom Typ var … : TDateTime Bringt die Skript-VM zum Absturz (Assertion in dwsStack.pas), und zwar beim ersten Lesen des Werts - nicht schon beim Schreiben, die Ursache liegt also nicht dort, wo der Fehler auffällt. var string, var Integer und var Double laufen. Zeitpunkte als ISO-Zeichenkette zurückgeben und erst beim Aufrufer wandeln

Skript-Cache

Der Server cached das kompilierte Skript pro Endpunkt (Schlüssel: sys_date des Endpunkts). Zusätzlich werden die Endpunkt-Definitionen pro Server-Profil in einem TTL-Cache (Standard 60 s) gehalten. Eine Skript-Änderung über F7 wird daher erst nach Ablauf dieses TTL (bzw. nach einer Cache-Invalidierung) wirksam - typischerweise innerhalb einer Minute, nicht zwingend sofort.

Verfügbare Bibliotheken

Im Skript können alle OBS-Standard-Bibliotheken verwendet werden. Typische Einstiegspunkte:

  • Base.Tools - String-, Datum-, IIF-, Empty-Helper
  • Base.DB / Base.xQuery - Datenbank-Operationen
  • Base.qSqlReg - Schreibzugriffe
  • System.JSON - JSON-Objekte und -Arrays
  • Base.ToolsConst - Konstanten wie CRLF, SINGELQUOTE, MINDATETIME

Die wichtigsten Aufrufe mit ihren Skript-Signaturen:

Zweck Aufruf
Lesen DB_SOpen(oDB, cSql, q), dann q.EoF, q.Next(), q.A2C('feld') / A2I / A2F / A2D / A2UID(), am Ende DB_Close(q)
Neu anlegen q := qSqlInit(oDB, 'tab'), q.qSet('feld', wert), if (not q.SaveData(NEW_RECORD)) then …, qSqlFree(q) – der Rückgabewert ist Pflicht, siehe Schreibfehler erkennen
Ändern q := qSqlInit(oDB, 'tab'), q.qSet('sys_uid', cUid), q.qSet(…), if (not q.SaveData(UPDATE_RECORD)) then …, qSqlFree(q)nicht qSqlRead, siehe Ändern. Alle Felder derselben Zeile in ein Objekt, siehe Mehrere Felder
Direkt ausführen DB_SqlExec(oDB, cSql)
Existenzprüfung DB_LSeek(oDB, 'tab', cWhere)
Werte quoten (Pflicht) DB_SQLVal(wert)
HINWEIS: Alle diese Funktionen beginnen im Skript mit oDB. Ein zusätzlicher

AD-UID-Parameter als erstes Argument gehört zur Delphi-Variante und lässt sich im

Skript nicht übersetzen.

Konkrete Beispiele: